Beim ersten Mal war es Unzucht

Also nein, was ihr schon wieder denkt… das ist doch kein FSK18 oder PG (Parental Guided) Blog und das Hauptthema ist Musik. Die Rede ist natürlich von der deutschen Band Unzucht, die ich für meine ersten Interview Erfahrungen in Zofingen treffen durfte. Und diese Erfahrungen habe ich versucht ein wenig zusammenzufassen, die Links zu Interview und Konzertbericht findet ihr ebenfalls im Text.Wieder einmal für Metalnews unterwegs, besuchte ich das einzige Schweizer Konzert der Dark Rocker im Zuge ihrer „Widerstand“ Tour (hier geht es zum entsprechenden Bericht). Im Vorfeld wurde ich gefragt, ob ich auch ein Interview machen möchte, und ich sprang einfach ins kalte Wasser und habe zugesagt. Wie nervös ich deswegen war, kann man in meinem letzten Blogartikel nachlesen. Diese Nervosität hat sich übrigens bis zum letzten Moment nicht wirklich gelegt.

Im gemütlichen Bistro im Oxil in Zofingen, wo das Interview stattfinden sollte, fühlte ich mich sofort wohl. Als dann die drei zu befragenden Bandmitglieder eintrafen und, wie von Nia vorausgesagt, einen sehr netten und sympatischen ersten Eindruck machten, sank meine Aufregung auf ein bewältigbares Mass.  Ganz ehrlich, es war ein wirklich nettes Gespräch, ich konnte ein wenig entspannen, ein Grossteil der Konversation machten die Drei. Nicht, dass ich nicht zu Wort gekommen wäre, aber wenn sie bereits die noch ungestellten Fragen von sich aus beantworten, wozu eingreifen. Die Dynamik zu beobachten war durchaus interessant, und es ergab sich die eine oder andere Frage aus dem Gespräch heraus von selbst. In dem Moment, als ich keine weiteren Fragen mehr hatte, kam auch schon das Signal, dass die Zeit eigentlich um ist. Also auch das Timing stimmte, nicht zu viel und nicht zu wenig Zeit.

Ich musste bei der einen oder anderen Aussage dann doch innerlich schmunzeln, genauso wie vermutlich Laju, die hinter uns sass, teils zuhörte und auf mich wartete. Die Musiker können das ja nicht wissen, aber meine Leser ja eigentlich schon. Wir beide fahren doch schon mal 500-900km für ein Konzert oder Festival, was die Unzucht sehr erstaunlich und durchaus beeindruckend bei ihren Fans fand. Auch kam schon vor, dass wir hin und wieder von ein und derselben Tour mehr als ein Konzert besuchen, da ist uns unsere Freundin Purple aber noch einiges voraus. Bei Sabatons „The Last Tour“ waren es für sie deren 16! Dass wir aus der Schweiz mit einem anderen Budget „arbeiten“, als die im Interview angesprochenen Fans, ist mir schon klar. Es war einfach witzig mal die Sichtweise einer Band zu dem ganzen Irrsinn zu hören, den wir manchmal veranstalten, und zwar ohne dass sie das wissen. Unvorgeingenommen sozusagen!

Ein wenig Smalltalk vor dem Interview und noch ein wenig plaudern und scherzen nach dem Abschalten des Aufnahmegerätes macht die Drei noch sympatischer. Ebenfalls, dass man sich für uns erkundigte, ob wir nochmals aus der Location raus müssten oder gleich drin bleiben dürften, sah ich als ausserordentlich netten Zug an. Sollte dieser Blog Post von den Angesprochenen gelesen werden, es war mir ein Vergnügen und noch einmal herzlichen Dank für alles.

Unzucht-11.11.2017-Zofingen-Claudia_Chiodi-7Nach dem Konzert, stiessen Laju und ich mit Cola und Kaffee auf mein neues Lebensjahr an, ja so feiert ein Konzertjunkie der noch fahren muss. Kurz darauf verabschiedeten wir uns noch von den Aufzufindenden. Fuhrmann meinte noch, er sei gespannt auf das Interview. Da sagte ich nur: „Ich auch!“ ich hätte aber auch die Band zitieren können und sagen: „Nur keinen Druck!“, „Es ist angedacht, gibt aber noch keinen Termin.“ und „Ihr werdet es schon mitbekommen!“. Ein Teil der Arbeit lag ja noch vor mir, das Ganze in einen vernünftigen Text verwandeln. Erstmal hatte ich die Tonaufnahme in der Dropbox gesichert, man will ja nichts aus Versehen löschen und verlieren.

Wisst ihr wie viel Text eine knappe halbe Stunde Gespräch bedeutet? Ich schon, es ist viel. Ob das der geneigte Leser wirklich eins zu eins lesen möchte, weiss ich nicht. Daher wird ein wenig zusammengefasst und bereinigt. Nicht die Worte geändert, oder gar in den Mund gelegt. Das wäre weder fair, noch klug, und der Fan möchte ja vermutlich eher wissen, was die Musiker gesagt haben, als meine Interpretation davon. Meine persönliche Meinung, Erfahrung und Interpretation haben im eigentlichen Interview-Artikel nichts zu suchen, dafür gibt es andere Plattformen, dieser Blog zum Beispiel. Wobei interpretieren muss und soll man da nicht wirklich, ich hatte erfrischend offene Gesprächspartner, geradeheraus und mit sehr viel Humor. Die Endfassung ist dann doch um einiges länger geworden, als ich gedacht hätte, über 2500 Worte! Aber ich habe es nicht übers Herz gebracht, mehr wegzulassen. Meine Gesprächspartner waren so engagiert und die Dynamik im Gespräch sehr spannend. Ich hoffe ich konnte dies ein wenig erhalten und rüberbringen. Wer sich gerne selber davon überzeugen will, findet das ganze Interview auf Metalnews.ch.

Auch wenn dieses Interview sehr viel Spass machte, bin ich noch unsicher, ob das wirklich mein Metier ist. Es liegt definitiv nicht an den Gesprächspartnern, nur war ich journalistisch bisher eher im Nichtschwimmerbereich tätig, und habe immer mal wieder über den Beckenrand gelinst. Diesmal habe ich den Sprung ins grosse Becken gewagt und gemerkt, dass ich da noch stehen kann. Wenn ich diesen Weg aber weiter gehe, werde ich irgendwann auch wirklich schwimmen müssen. Aber so neugierig wie ich bin, sollte sich eine tolle Gelegenheit ergeben, werde ich vermutlich dann doch die Augen zu machen und mich vom Beckenrand abstossen. Wieder einmal innerlich tausend Tode sterben, aber eine hoffentlich genau so tolle neue Erfahrung machen.


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