Joined Forces – DragonForce/Twilight Force

Als ich hörte, dass DragonForce auf ihrer Reaching into Infinity Tour auch in die Schweiz kommen, war ich schon äusserst interessiert. Als dann Mitte Juli Twilight Force als Support für einen Grossteil der Europa Tour angekündigt wurde, war klar, dass es, wenn irgendwie möglich, mehr als ein Konzert werden würde.

img_7059Für das Konzert in Pratteln am 26.10. hatten wir etwas Besonderes geplant, wir wollten in voller Gewandung gehen. Das ist ja an und für sich für uns noch nichts ganz so Aussergewöhnliches, ein kleines Accessoire hatten Laju, Purple und ich uns allerdings extra für diesen Abend organisiert: Elfenohren! Dazu kam noch eine Halbmaske, oder auch Tuch, für ein standesgemässes Aussehen. Wer sich jetzt fragt, was das an einem Metalkonzert zu suchen hat, findet vielleicht in einem älteren Artikel von mir die Antwort.

Kurz vor Beginn der Tour hatte Twilight Force bekannt gegeben, dass sie sich von ihrem Sänger getrennt haben. Für die anstehenden Konzerte konnten sie Tommy Johansson von Sabaton/ReinXeed gewinnen, der aber nicht ihr neuer fester Sänger werden wird. Tommy hatte bereits im Frühjahr unter Beweis gestellt, dass er über den erforderlichen Stimmumfang verfügt, bei einem kurzen Gastauftritt bei der Adventuremetal Band im Rahmen der gemeinsamen Tour mit Sabaton. Ich war gespannt, aber zuversichtlich.

In Pratteln gab es aber noch mehr, auf das ich gespannt war. Tommy feierte da nämlich seinen Geburtstag, und der Fanclub „Knights of Twilight’s Might“ organisiert regelmässig für alle Bandmitglieder kleine Überraschungen und Geschenke, da durfte Tommy natürlich nicht aussen vor gelassen werden. Ausserdem hatte er seinen Job auf den Konzerten bis dahin exzellent gemeistert und ein Zeichen der Dankbarkeit der Fans verdient. Als Geschenk hatte sich der Fanclub für einen kleinen Plüschdrachen in den Farben des Albumcovers von Twilight Force entschieden, den ich gerade in Arbeit hatte und dem Laju noch einen passenden Umhang verpasste. Also oblag es Laju und mir diesen mit zum Konzert zu nehmen und in geheimer Mission am Backstage Eingang  bei einem Bandmitglied abzuliefern. Irgendwie kam ich mir wie ein Agent vor, ständig in Kontakt mit der Kommandozentrale (Fanclubleitung in Schweden) um ja das Zeitfenster für die Übergabe zu schaffen. Das Geschenk sollte mit einem kleinen Text (ebenfalls von den Fans verfasst) auf der Bühne übergeben werden, da konnte ich mich zum Glück aus der Affäre ziehen, ausserdem wurde dies so noch viel epischer.

Aber noch war es nicht so weit. Nachdem der Drache erstmal bei der Band angekommen war, verschnauften wir, und warteten mehr oder weniger geduldig auf den Einlass. Als es dann endlich soweit war, stürmten wir direkt vor die Bühne und sicherten uns Plätze in der ersten Reihe. Diesmal besonders wichtig, wollte ich doch die Übergabe filmen für den Fanclub. Wie ihr merkt war ich diesmal nicht mit Akkreditierung da, sondern als reine Privatperson, auch das darf und muss mal sein. Deswegen gibt es auch nur einige Handyfotos von mir, aber bei den einschlägigen Magazinen finden sich viele tolle Bilder.

img_7060Wie schon gewohnt von Twilight Force, begannen sie ihr Set fünf Minuten früher als im Timetable angegeben mit „Battle of Arcane Might“. Vom ersten Ton an überzeugte mich Tommy von seinen Frontmann Qualitäten, charismatische Bühnenpräsenz und viel Kraft und Kontrolle in der Stimme, auch in den ganz hohen Passagen. Für mich persönlich ein Hochgenuss, ebenfalls schien die Chemie auf der Bühne zu stimmen. Das für mich „Flight of the Sapphire Dragon“ mittlerweile ein ganz besonderes Lied ist, versteht sich von selbst, und so tauchte ich in der Fantasy Welt der Twilight Kingdoms ab. Mit „There and Back Again“ brachten sie wohl die grösste Überraschung mit auf die Tour, das Stück dauert über 10 Minuten und verständlicherweise ist das bei einer Support Band mit einem verhältnismässig kurzem Set nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Umso mehr freute ich mich darüber.

Und dann war es auch schon bald Zeit für die Überraschung, Tommy wollte schon zum beliebten Publikumsspiel ansetzten, wurde aber von Blackwald unterbrochen. Mit einem Zettel in der Hand trat dieser nach vorne und informierte die Anwesenden, dass hier ein Geburtstagskind auf der Bühne steht. Er las unsere Nachricht in seiner unnachamlicher Stimme vor, in der wir unsere Dankbarkeit und Bewunderung zum Ausdruck brachten, und der Elf Aerendir überbrachte dem Fronter seinen neuen Wegbegleiter. Dieser freute sich sichtlich und war auch sehr gerührt. Für mich selber war das ganze eher unwirklich, unter anderem meine Worte und etwas das ich selber entworfen und gefertigt hatte, kriegt soviel Aufmerksamkeit und wird so in Szene gesetzt. Ich weiss, hier lesen doch ein paar tolle Menschen gerne in meinem Blog und sagen mir das auch. Das ist mir mindestens genau so viel wert und ich freu mich über jedes Like wie ein Kind an Weihnachten, es ist einfach nur anders wenn man die Reaktion für einmal live und in Farbe sieht. Ich hoffe ihr entschuldigt die Bildqualität des Videos, ich habe das erste Mal etwas mit dem Handy so gefilmt

 

img_7061Mit „Power of the Ancient Force“ beendete Twilight Force ihren Auftritt, mit knapp 45 Minuten in meine Augen natürlich viel zu kurz. Ich könnte Lynd bei seinen Gitarrenkünsten stundenlang zuhören und auf die Finger schauen. Aber nicht nur das, die Band nimmt mich mit auf eine Reise in eine Metal Fantasy Welt mit ein wenig Kitsch, Helden und Drachen, die Bühnenoutfits der Protagonisten könnten direkt aus dieser Welt stammen und durch die ganze Inszenierung wirken sie, als wären sie nur zu Besuch in unserer Dimension und erzählen von ihren erlebten Abenteuern. Auch wenn dieses Set vorbei war, die Reise war es noch nicht, ich würde die Band zwei Tage später noch einmal in Mailand sehen, also nur ein Abschied auf Zeit.

Während der Umbaupause für den Headliner des Abends verhielt ich mich für einmal ein wenig Fangirlish und liess mich mit der Band in Kostüm fotografieren, naja wenn schon, denn schon. Auch wenn meine Handykamera mit den vorherschenden Bedingungen ein wenig überfordert war und das Bild nicht wirklich aussagekräftig, für mich trotzdem eine schöne Erinnerung.

Und schon war es Zeit für DragonForce. Da mein Rücken schon die ganze Woche Probleme gemacht hatte, und erst langsam auf dem Weg der Besserung war, schaute ich mir dieses Spektakel mehrheitlich von weit hinten an. Eines meiner Lieblingsstücke vom neuen Album „Judgement Day“ genoss ich aber ungestört und in vollen Zügen. Schade war es schon, dass ich nicht mitten rein konnte, aber ich hatte ja noch eine Chance in Mailand.

Nach dem Konzert ergab sich noch ein Gespräch mit Blackwald in seiner zivilen Form, wo er sich dann auch erkundigte, ob er das wohl gut gemacht hätte mit dem Text für Tommy. Wir bestätigten ihm, dass wir begeistert waren und er einen tollen Job abgeliefert hat. Irgendwie süss! Leicht entsetzt nahm er zur Kentniss, dass uns die Ordner um Punkt 12 aus der „Halle“ werfen wollten, offensichtlich war hier jemand noch nicht müde. Wir aber langsam schon, daher machten wir uns nach einigen Gesprächen draussen auch langsam auf den Heimweg.

img_7057Freitag ging es dann Richtung Mailand, alle von uns noch müde und so wurde der Tag eher unspektakulär, nach dem Einchecken im Hotel ging es zu einem frühen Abendessen und kleinem Einkauf, dann war der Freitag für uns auch schon wieder gelaufen, Reisetag halt.

Am Samstag wechselten wir unser Hotel und schon ging es langsam ans Aufhübschen. Wir hatten die Kostüme noch einmal dabei, da Purple es am Donnerstag verpasst hatte ein Gruppenbild mit der Band zu machen. Also noch einmal aus Solidarität die grosse Garderobe mit Ohren. Dann zogen wir los und suchten den Club, an dem in ein paar Stunden das Konzert stattfinden sollte. Als wir ihn gefunden hatten, stellten wir fest, dass man in Italien offensichtlich bereits einige Stunden vor Türöffnung da sein muss, wenn man in die erste Reihe wollte. Wir wollten uns aber erst noch stärken und suchten eine entsprechende Verpflegungsstelle.

img_7056Dass der Club des Abends sehr klein sein sollte hatten wir schon vernommen, und tatsächlich, viel Platz war da nicht. Da wir diesmal nicht in der ersten Reihe standen, hiess das, wir konnten die Wollumhänge nicht über die Wellenbrecher hängen sondern trugen sie tapfer das Konzert über. Auch diesmal verdrückte ich mich nach dem Auftritt von Twilight Force aus dem Bereich nahe der Bühne, für meinen Rücken war rumstehen nicht gerade ideal, herumgehen dafür um so mehr. Bei diesen Wanderungen machte ich die Bekanntschaft von Roberto, der durchaus von den Ohren und dem Kostüm fasziniert war. Immer wieder traff ich ihn im „Garten“ des Clubs und auch an meiner bevorzugten Position um das Konzert zu schauen. Ein Durchgang in dem ein angenehmer Luftzug herrschte und man leicht erhöht stand, so dass man über die Menschen wunderbar die ganze Bühne sah, Oma-Style, wie ein gewisser Musiker dazu sagte. Gegen Ende des Abends stellte sich heraus, dass Roberto der Chef des Clubs ist und so kam es, dass wir nach Schliessung immer noch an der Bar sassen. Er bestand darauf, dass wir noch nicht gehen konnten, dazu „nötigte“ er noch Sam von DragonForce uns Gesellschaft zu leisten. Dieser fand unsere Kostüme im ersten Moment eher schräg und doch sehr seltsam, dass wir so inklusive der Wollumhänge mitten in der Menge standen, fand er dann doch bewundernswert. Und irgendwie cool, denn normal kann ja jeder.

Eigentlich wäre hier die Reise von Laju und mir zu Ende. Das einzige Konzert, welches wir rein theoretisch noch besuchen könnten, wäre in Bremen. Nur ist Bremen ausverkauft. Purple und Schamanin sind ja noch an so einigen Konzerten auf der Tour dabei, nur wir beide haben halt keinen Urlaub mehr. Ich sagte ja vorher „wäre“, Sam wollte beim Abschied noch wissen, ob wir auch noch einmal dabei sind. Wir sagten nein, aus den oben genannten Gründen. Er meinte nur, wir sollen ihm schreiben, er würde uns auf die Gästeliste setzen, er könne das. Und da mein Rücken wieder fast wie neu ist und zu Ehren von unserem „Gastgeber“, wird also in Bremen noch einmal so richtig abgefeiert, diesmal das ganze Konzert über.


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