Socken als Dauerbrenner – MPS Maxlrain 2017

Die Open Air Saison geht langsam aber sicher zu Ende, unser traditioneller Abschluss ist auch dieses Jahr das MPS in Maxlrain. Manch einer mag jetzt sagen, wer Ende September noch campen geht, hat nicht alle Latten am Zaun. Das mag ja sein, aber schön war es.

Die Anreise fand wie immer am Freitag statt, diesmal noch mit einem geschäftlichen Umweg über Konstanz. Dadurch später dran als in den Vorjahren, durften wir noch ein paar Staus, erster Feierabendverkehr rund um München und den einen oder anderen Blechschaden auf der Strecke bewundern. Aber natürlich schafften wir es doch noch vor dem Dunkel werden auf die Campsite. Unsere MPS Familie war leicht zu finden, weil mittlerweile eine halbe Stadt daraus geworden ist. So ging dann auch das Ausladen relativ schnell, da viele Hände mit angepackt haben, und im Zelt aufstellen sind wir ja schon fast Vollprofis. Bei ein bisschen Geplauder verflog die Zeit schnell und schon mussten wir uns auch den Weg machen, Nia vom Bahnhof abzuholen.

Für diesmal war auch schon am Freitag Unterhaltung angesagt, Cultus Ferox spielte im Bräustüberl auf, unterstützt von El Silbador  und zwei Weltenkriegern. Trotz der kühlen Temperaturen im Biergarten, hatten wir so gar keine Chance zum Frieren. Dazwischen war auch immer wieder Zeit für Gespräche mit neuen und alten Bekannten. Ein durchaus nicht unwichtiges Thema an diesem Abend hatte mit Socken zu tun, eine zentrale Rolle spielten dabei diejenigen vom Feuerteufel. Zu später Stunde wollten wir auch noch eine gute Tat vollbringen, waren aber erfolglos. Das Telefon des vorher genannten Sockenträgers war verschwunden, verantwortlich dafür ein notorischer Keine-Socken-Träger. Um die Suche zu erleichtern, wurde das vermisste Gerät angerufen und wir informiert, auf welchen Klingelton wir zu achten hätten. Dieser erklärte dann auch das faszinierende Sockenmotiv. Das Telefon tauchte gemäss nicht weiter genannten Quellen am nächsten Tag wieder auf, wir hätten es auch gar nicht finden können, weil wir unter falschen Annahmen gesucht hatten. Es war gar nicht mehr vor Ort, sondern sicher verwahrt. Nach Aufgabe der Suche ging es für uns dann auch ziemlich bald ab in die Heia, es war ein langer Tag und es sollten noch einige folgen.

Den Samstag liessen wir relativ gemächlich angehen. Ausser einem Treffen des Wilden Rudel (Fuchsteufelswild Fanclub) und dem Abendkonzert von Versengold standen für mich persönlich keine festen Termine an. Einfach nur geniessen, während Nia leider arbeiten musste. Es war toll die Mitglieder des Rudels mal nicht nur zu lesen, sondern persönlich zu treffen. Mit dabei war auch das 11 Wochen alte jüngste Mitglied, ein richtiger Wonneproppen, der, zumindest in unserer Gegenwart, sehr pflegeleicht war. Und ich durfte wieder einmal Baby halten, wenn ich sie wieder zurückgeben kann, gehört das definitiv auch zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Sie riechen auch so gut, zumindest wenn die Windeln frisch sind.

img_6755Wir hielten das mit der Musik wie beim Trinken, mit dem selben anfangen mit dem man auch aufgehört hat, also Cultus Ferox, natürlich mit Sockenblick. Ich glaube davon kommen wir so schnell nicht mehr los. Für ein weiteres Highlight sorgten wie schon in Speyer die Cobblestones mit dem Superperforator.

Und dann war es auch schon Zeit für zwei Stunden Versengold, verblüffend dass ich mir erst in Maxlrain ein ganzes Konzert anschaue. Es ist ja schliesslich nicht das erste Mal, dass ich dieses Jahr die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Halt, doch irgendwie schon. Ich war ja ziemlich oft dieses Jahr mit der Kamera unterwegs, da hat man manchmal einfach andere Prioritäten. Da ich diese aber nicht mit hatte in Bayern, sondern einfach mal geniessen wollte, musste ich auch nicht nach drei Songs das Feld räumen, sondern durfte in der ersten Reihe bleiben. Mitten in diesem Konzert stiess dann auch Nia wieder zu uns, mit Kriegsverletzung vom arbeiten.

Nun hatten wir aber auch ordentlich Durst und gerade das Lied „Haut mir kein Stein“ schrie förmlich nach etwas Hochprozentigem, oder zumindest Met. Wir waren ja auf dem MPS, wäre ja gelacht, wenn wir dieses Problem nicht lösen könnten. Gesagt, getan. Noch etwas Boden gelegt, damit den nun folgenden Stunden am Schwarzen Kater auch nichts im Wege stand. Die Gespräche an dieser Taverne sind doch immer wieder informativ, diesmal unter anderem das Leben im Nightliner. Nachdem uns ja Malte immer wieder auf der Bühne erzählt, wie toll das ist, mit Whirlpool und so, wurde hier ein ganz anderes Bild gezeichnet. Von Betonwänden, die in jeder Stadt gleich aussehen, über nicht zu benutzende Kaffeemaschinen, weil andere noch schlafen wollen/müssen bis zu der Platzsituation. Eng sei es, vor allem wenn alle gleichzeitig aufstehen und sich anziehen, frei nach dem Motto: „Kumpel, nimm doch mal deinen Fuss von meiner Hose und deinen Ellbogen aus meinem Gesicht.“ Und was sollen wir jetzt glauben? Ich denke, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Vermutlich auch je nach Busunternehmen und Budget der jeweiligen Band.

Nachdem es dann doch ordentlich frisch wurde und die Schankwirte auch mal Feierabend wollten, verzogen wir uns weit nach Mitternacht in unsere Feldbetten und Schlafsäcke.

Nach dieser doch eher kurzen Nacht brauchte es verständlicherweise am Sonntag ein wenig mehr Kaffee, um in die Gänge zu kommen. Ok, Kaffee alleine reichte nicht, erst mit einer leckeren Gulaschsuppe im Bauch konnte man mich wieder vollends zu den Lebenden zählen. Apropos Suppe, diesen Stand gibt es auf keinem anderen MPS, nur in Maxlrain. Mittlerweile wissen wir zwar, dass sie in erster Linie an Veranstaltungen rund um Regensburg aktiv sind, da wir bis jetzt noch keine Infos im World Wide Web dazu gefunden haben, hoffe ich mal dass unsere Regensburger Connection da mehr weiss.

img_6754So gut gefüttert ging es noch einmal zu einem zwei stündigen Versengold-Konzert, man gönnt sich ja sonst nichts. Auch wenn die Setliste nur minimal anders war, als am Vortag, war es dennoch was besonderes. Das letzte Open Air Konzert der Band im Jahre 2017, bevor es in den wohlverdienten Urlaub ging. Bald steht ja die Funkenflug Tour an, da will ordentlich Kraft getankt werden, mental und physisch.

Da wir am Vorabend versprochen hatten, noch einmal bei Cultus Ferox vorbei zu schauen, machten wir dies selbstverständlich gerne, natürlich nochmals mit Sockencheck. Und dies für die beiden letzten Sets des Wochenendes, mit einem interessanten Gespräch dazwischen. Nia musste leider nach der Pause gehen, kurzfristig abberufen, so was kann halt passieren bei Medienschaffenden, wenn wichtige Dinge in der Welt passieren, oder im eigenen Land.

Für uns hiess es damit Abschied nehmen von unseren Lieblingsschankwirten für dieses Jahr. Ich werde den Schwarzen Kater über den Winter vermissen, hatten wir in diesem Sommer doch jeden Monat mindestens einmal das Vergnügen, im Juli waren es deren gar vier.

Zurück auf der Campsite, trafen sich alle Dagebliebenen unserer kleinen Siedlung, um zusammen zu essen, trinken und quatschen. Dabei habe ich Flöff entdeckt, Mann ist das Zeug lecker! Flüssiger heisser Bratapfel auf Bierbasis, ich fürchte, wenn ich das hier in der Gegend finde, wird das meine neue Winterdroge. Aber auch das Essen war nicht weniger lecker, Kompliment an den Koch. Langsam fielen mir dann doch die Augen zu und gegen 22 Uhr verzog ich mich dann in mein Bettchen.

Und so ging die Freiluft Konzert Saison zu Ende, aber damit startet ja eigentlich die Indoor Saison. Die meisten der Künstler von diesem Sommer sehen wir da wieder, und darauf freue ich mich sehr. Ebenso wie auf die Menschen, mit denen wir vor der Bühne zusammen gefeiert, gesungen und getanzt haben.

P.S.: Die Bilder im Artikel sind alle vom MPS Speyer, aber dank dem Bühnennebel sehen gerade die Versengold Bilder doch recht herbstlich aus, oder? Zur Erinnerung, Wetterbedingungen beim Entstehen der Bilder: blauer Himmel und Sonne satt, Temperatur gefühlt im Grillhähnchen-Bereich.

 

 


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s