Lass deine Feuer brennen – MPS Speyer 2017

Am letzten August Wochenende stand noch eine ganz besondere Verabredung an. Auf dem MPS Speyer sollten wir Nia wieder treffen und ebenso stand das allerletzte Open Air Konzert von Nachtgeschrei auf dem Programm.

Für uns ging es Freitag Abend auf die Strasse, mit dabei einmal mehr Lady Anora, während Purple und Leed dieses Mal aussetzten. Nachdem wir letztes Jahr mit unserer Hotelwahl nicht ganz glücklich gewesen sind, hoher Preis und wegen fehlender Klimaanlage sehr stickig und heiss, haben wir dieses Jahr ein anderes ausgesucht. Das einzige Problem hier waren, dass bei unserer Ankunft zu nachtschlafender Zeit keine Parkplätze mehr vorhanden waren. Da ganz in der Nähe aber der Festplatz mit günstigen Preisen winkte, war es zu verschmerzen. Laju erledigte den Rest des Check-Ins während ich so noch zu einem kurzen nächtlichen Spaziergang kam. Nicht das Schlimmste nach einer langen Autofahrt.

Am nächsten Morgen plünderten wir erst das reichhaltige Frühstücksbuffet, bevor es Richtung Gelände ging. Nach Erhalt unserer Presseausweise hielt uns nichts mehr davon ab, unserer Tradition zu frönen, Himbeerbrause am Schwarzen Kater. Mittlerweile ist diese Taverne zu unserem Treffpunkt avanciert. So dauerte es nicht lange, bis sowohl Lady Anora, als auch Papa und Findelkind vorbeischauten. Nach Abgleichung unserer Pläne zogen wir los Richtung MPS Bühne, Versengold und Saltatio Mortis würden dort spielen. Aber bis es soweit war, suchten wir uns erst einmal ein gemütliches Plätzchen am Schatten. Wenn meine bisherigen MPS Besuche dieses Jahr eher feuchter und kühler Natur waren, in Speyer war es mal wieder so richtig heiss. Bald darauf traf auch Nia am Gelände ein und so war das Knipser Trio vollständig. Da wir alle für unsere eigenen Blogs und Facebookseiten unterwegs waren, konnten wir auch immer wieder gemeinsam die Fotogräben unsicher machen.

Zwischendurch pilgerten wir auch immer wieder zur Fruity Bay, mein Lieblings-Verpflegungs-Stand. Frische Früchte, selbstgemachter Quark mit Früchten, diverse Milch Mixgetränke und Kaffee, was soll man da noch für Wünsche offen haben. Dass wir da Dialekt reden können, ist ein lustiges Plus, ich mag es, wenn ich die Menschen rundherum ein wenig verwirren kann.

Cobblestones-MPS_Speyer_2017-Claudia_Chiodi-8Nach den ersten beiden Sets auf der MPS Bühne verschoben wir uns auf ein anderes Teil-Gelände, es gab ja noch viel zu sehen. Besonders, da es für Nia das erste MPS in dieser Saison war. Gerade rechtzeitig waren wir an der Folk Bühne, die Cobblestones waren mitten in ihrem Set. Hier gab es keinen Graben, aber dafür etwas mehr Bewegungsfreiheit im Publikum. Ich bin ja ein Fan von Bully, seinen Filmen und Fernsehproduktionen, und wenn die Band dann auch just wenn wir da sind „Superperforator“ spielt, ist für mich der Spassfaktor definitv ganz hoch. Die entsprechende Kostümierung wurde selbstverständlich auch gegen Widerstand auf Bild festgehalten.

Cesaire-MPS_Speyer_2017-Claudia_Chiodi-7Eine Premiere an diesem Tag war für mich Cesair. Obwohl diese Band auch schon auf Veranstaltungen auf denen ich war, gespielt hatten, hatte ich sie mir noch nie angeschaut/angehört. Eine schöne Abwechslung mit ihrem etwas mystischen Touch zum restlichen Programm, wenn ich auch sonst eher auf Power und Spass stehe. Und sie haben einen Nyckelharpa-Spieler in ihren Reihen. Ich bin irgendwie von der Nyckelharpa fasziniert als Fotografin, wann immer eine Band dieses Instrument dabei hat, füllt sich auffallend oft meine Speicherkarte magischerweise mit sehr vielen Bildern davon. Sehr seltsam, hat für einmal nichts damit zu tun, dass es ursprünglich aus Schweden stammt.

Nach einem kleinen „Überfall“ auf Flo von Versengold (was es damit auf sich hat, wird erst im Dezember verraten) und einer Einladung seinerseits auf einen Umtrunk zu späterer Stunde, genossen wir noch den Beginn des Nachtkonzertes von Saltatio Mortis, bevor es für uns Zeit wurde an die Festival Bühne zurückzukehren. Nach dem wir bereits am Nachmittag mit einigen Bandmitgliedern von Nachtgeschrei plaudern konnten, stand jetzt ihr Nachtkonzert an.

Nachtgeschrei-MPS_Speyer_2017-Claudia_Chiodi-9Das allerletzte Mal Nachtgeschrei im Freien, somit auch der Abschied dieser Band vom MPS, da sagten nicht nur wir uns, dass wir uns das auf keinen Fall entgehen lassen dürfen. Im Publikum entdeckten wir die Gesichter praktisch all unserer Freunde und Bekannten. Ein sehr emotionales Konzert, sowohl auf als auch vor der Bühne. Besonders „Heldenmut“ geht mir aus persönlichen Gründen sehr nahe, aber auch die Realisation, dass das Ende naht, tut sein übriges. Auch wenn ich die Beweggründe verstehe und nachvollziehen kann, warum sich die Band auflöst, sie werden eine Lücke hinterlassen und fehlen. Eigentlich ein schönes Zeichen, mit ihrer Musik haben sie Menschen bewegt und Spuren hinterlassen. Im Februar 2018 werden sie die letzten drei Konzerte ihrer Bandgeschichte spielen auf ihrer kleinen Abschiedstour, natürlich haben wir uns schon längst Tickets dafür gesichert. Übrigens finden sich nach Nachtgeschrei immer auffallend viele Bilder von einem Bassisten auf meiner Kamera, er bietet aber auch immer wieder so schöne Posen an.

Nach dieser emotionalen Achterbahnfahrt braucht es einen Drink, stand da nicht noch eine Einladung im Raum? Also zogen wir los zur Drachenschenke, und kamen praktisch unverrichteter Dinge wieder zurück. Der Herr war nicht aufzufinden, also zog es uns nach einem Met auch wieder auf das andere Gelände. Bei Kevin an der Taverne gesellten sich nach einer Weile auch noch ein Radiologe und ein Physiotherapeut zu uns und mit dieser netten Gesellschaft  und lustigen Geschichten beendeten wir den Abend.

Der Sonntag begann wieder mit einem kleinen Raid auf das Büffet, so ein Tag wie Samstag verbraucht Kalorien, also nichts wie auffüllen. Nia musste uns danach leider auch schon wieder verlassen, und so brachten wir sie noch auf den Weg. Sonntag gehört bei uns schon fast traditionell den Bands auf der Folk Bühne, diesmal waren dies Rapalje und Saor Patrol.  Die richtige Musik, um die letzten Spinnweben im Gehirn von letzter Nacht rauszupusten. Der Kaffee und die Köstlichkeiten an der Fruity Bay lockten uns allerdings bald wieder auf den anderen Gelände Teil, und wenn wir schon mal da sind, gibt es natürlich noch eine Runde Versengold.

Versengold-MPS_Speyer_2017-Claudia_Chiodi-1Also ab in den Graben, nur diesmal hatten sich die Bremer etwas Besonderes einfallen lassen. Beim zweiten Lied, „Im Namen des Folkes“, machten sich alle mit beweglichen Instrumenten von der Bühne auf den Weg ins Publikum. So gute Sicht hatte ich auf einen Drummer noch nie, freier Blick auf Shorty, das nutzt man natürlich gerne aus. Dank den Tritten an den Wellenbrechern konnten wir auch das Geschehen im Publikum mitverfolgen. Da war Spass pur angesagt. Der Herr, den Malte als Mikrofonständer „missbrauchte“ schien das ebenfalls mit Humor zu nehmen. Beim Weg zurück zur Bühne bewies Flo mit elfengleicher Anmut, dass nicht nur das Hopsen von der Bühne elegant geht, sondern auch auf umgekehrten Weg, während der Rest der Band sich an die Ansage von Malte hielt. Dieser meinte nämlich, dass dies keinesfalls ginge und er deswegen den kleinen Umweg über das Backstage nähme.

Nun wurde es für uns langsam Zeit, die Sachen zu packen und uns zu verabschieden. Beim Schwarzen Kater sammelten wir auch noch Lady Anora ein, und nach den letzten Knuddlern machten wir uns auf den Weg nach Hause.

Weitere Bilder finden sich auf meiner Facebookseite oder hier auf dem Blog.


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