Rock On! Festival – Tag 2

Nach gemütlichem Ausschlafen im eigenen Bett, einen Kaffee meiner Lieblingssorte und einem kleinen Frühstück/Mittagessen geht es wieder Richtung Ostschweiz. Ungewöhnlich, normalerweise krabble ich mehr oder weniger ungelenk aus dem Zelt und bin froh, dass ich den Gaskocher im Halbschlaf ohne Unfall in Betrieb bekomme. Ganz angenehm eigentlich, vor allem die Dusche ist ein deutliches Plus.

Wieder ohne Laju unterwegs, dafür mit einem Einkaufsauftrag von ihr. Die Schweden von Bloodbound hatten für den Festival Sommer ein T-Shirt im Sortiment, das wir als „Drachenzüchter“ natürlich unbedingt haben mussten. Auf dem Rücken steht nämlich „Dragons are forever“. Kaum war ich also am frühen Nachmittag auf dem Gelände angekommen, schaute ich mich auch gleich nach dem Merchstand der Schweden um. Und was erblickten da meine Augen? Da stand eine bekannte Person, Schamanin. Mit Schamanin verbindet uns die gemeinsame Freundschaft mit Purple, eine gewisse Vorliebe für Schweden Metal und mittlerweile einige gemeinsame Konzert und Festival Besuche. Relativ spontan ist sie angereist, und auch gleich als Merchverkäuferin von den Schweden akquiriert worden. Das versprach gute Gesellschaft für die Zeit zwischen den Grabengängen und so war es dann auch, dazu aber später vielleicht mehr. Und natürlich wurde gleich mal eingekauft, Auftrag und so.

Ich hatte an dem Tag eine neue Kamera dabei, von der ich mir versprach, bei schlechten Lichtverhältnissen besser klar zu kommen und sonst noch einige Verbesserungen zu meiner doch in die Jahre gekommenen treuen Begleiterin. Eine neue Kamera muss man ausprobieren und kennenlernen. Das kann man zuhause im Wohnzimmer, aber gewisse Dinge fallen einem dann immer erst in einer Ernstsituation auf/ein. Daher hatte ich mich im Vorfeld zwar eingehend mit den Funktionen der Kamera auseinandergesetzt, aber so richtig testen wollte ich sie heute Nachmittag bei einem Konzert. Für den Notfall hatte ich noch die gewohnte Kamera dabei, gerade wenn die Lieblingsband spielt, will man auf Nummer sicher gehen.

Rock_On!-Miss_Rabbit-Claudia_Chiodi-9Daher ginge es dann bei Miss Rabbit auch gleich in den Graben. Gute Lichtverhältnisse und kein Nebel, optimal für mein Vorhaben. Die Girl Rockband aus dem St. Galler Rheintal begann als Coverband, macht mittlerweile aber ihren eigenen Sound. Ehrlich und cool würde ich es beschreiben. Auch die Bühnenpräsenz wirkt grösstenteils eher cool, was halt einfach nicht so meins ist. Ich mag eher extrovertierte und lachende Musiker, sowohl als Fotografin als auch als reiner Zuschauer. Dennoch waren sie unterhaltsam und man sollte sie sich durchaus mal anschauen bei Gelegenheit.

Während sich die Powermetaller aus Schweden bereit machten, schaute ich mir mal die bisherigen Bilder an. Um gegebenen Falles noch etwas an den Einstellungen zu verändern oder gar auf meine alte Kamera zu wechseln. Was ich sah, befand ich für gut, respektive besser als es die D90 gemacht hätte. Von daher ging ich relativ zuversichtlich in die nächste Runde.

Rock_On!-Bloodbound-Claudia_Chiodi-30Mein Highlight des Tages, Bloodbound! Mittlerweile macht es mich auch nicht mehr so nervös bei einer Lieblingsband im Graben zu stehen, von daher konnte ich den Auftritt auch bei der „Arbeit“ sehr geniessen. Die Schweden waren wieder mit Kalle Löfgren an den Drums angereist, dieser hatte sie bereits im Frühjahr auf die Tour begleitet und dort einen tollen Job gemacht. Im Gegensatz zu eben jener Tour waren diesmal alle anderen Musiker dabei, auch der Bass kam diesmal nicht ab Band sondern Anders „The Beast“ Broman legte selber Hand an. Der charismatischer Fronter Patrick J Selleby bannte das Publikum mit seiner exzellenter Stimme gleich von Beginn weg und bot eine ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Performance. Auch an diesem Tag waren die Besucherzahlen unter den Erwartungen geblieben, aber das hinderte die Schweden keineswegs daran, Vollgas zu geben und ihre Fans zu begeistern und neue dazu zu gewinnen.

Für mich war danach erstmal Pause, Gespräche mit Schamanin und meinem Chef bei metalnews.ch und einfach mal ein wenig beobachten. Ich mache das sehr gerne und finde es meist sehr entspannend, einfach aus dem Hintergrund den Menschen und der Dynamik um mich herum zuschauen.

Almanac reizten mich dann aber doch, und ich begab mich in den Graben. Hervorragende Musiker, stimmliche Variationen mit zwei Sängern und sehr viel Ausstrahlung zeichnet ebenfalls diese Band aus, auch den Draht zum Publikum fanden Rock_On!-Kissin'_Dynamite-Claudia_Chiodi-15sie mühelos und so konnte die Party weitergehen. Noch das Wacken Wochenende und den Vorabend in den Knochen, entschied ich mich aber eher ein wenig ruhiger zu treten. Als sich die Möglichkeit bot, sich in einer ruhigeren Ecke hinzusetzen und ein wenig mit Schamanin und „ihren“ Musikern zu plaudern, ergriff ich sie sehr gerne.

So ging der Abend dann auch weiter, bei Kissin‘ Dynamite noch einmal die Kamera gezückt, das Konzert dann aber selbst lieber aus dem Backstage genossen, wo die Tonqualität immer noch gut war und eine angenehme Lautstärke hatte. Ausserdem waren die Gespräche durchaus interessant, mein Schwedisch ist zwar zu schlecht um etwas zu verstehen, aber ich höre die Sprache doch so gerne. Aber die Herren können durchaus auch Englisch und haben das auch unter Beweis gestellt. Sehr sympatisch, bodenständig, offen und humorvoll, so habe ich diese Menschen erlebt. Da das Ganze privater Natur war, werde ich hier nicht weiter darauf eingehen. Nur soviel, sollte ich tatsächlich mal auf die Idee kommen ein Interview zu machen, dann doch gerne mit dieser Band. Ich möchte nämlich aus vor allem zwei Gründen keine Interviews machen, erstens weil ich nicht wissen würde, was ich fragen sollte und zweitens weil ich viel zu schüchtern und nervös bin dafür. Ich glaube den zweiten Grund könnte ich hier in den Griff kriegen, vielleicht, nur das mit den Fragen wäre immer noch nicht gelöst. Aber das ist eigentlich ein ganz anderes Thema.

Zurück zum Rock On! Festival, aber da gibt es von meiner Seite eigentlich nicht mehr viel zu berichten. Die letzte Band des Abends, Bonfire, habe ich mir nämlich nur noch von weitem angehört. Bald war es dann auch Zeit den Heimweg anzutreten und so verabschiedeten wir uns von einander.

Fazit: Das Festival hatte ein ansprechendes Line-Up, die Infrastruktur war ebenfalls gut. Die anwesende Security sehr freundlich, soweit ich das mitbekommen habe, wurden sie vom Publikum auch nicht wirklich herausgefordert. Weswegen die Besucherzahlen unter den Erwartungen, auch meinen, geblieben waren, kann ich mir eigentlich nur mit mangelndem Bekanntheitsgrad und möglicherweise den Eintrittspreisen erklären. Schade, denn ich war sehr gerne da und hoffe, dass ich wieder mal zu Gast sein darf.

Mehr Bilder wie so oft in meiner Gallerie und auf Facebook


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s