Auf in den Norden – MPS Bückeburg I

Nach dem MPS Weil am Rhein II ging es erst mal nach Hause, Auto ausladen, waschen und neu packen. Denn Freitag früh ging es bereits noch mitten in der Nacht wieder auf die Strasse, diesmal Richtung Bückeburg. Warum nimmt man den Weg von knapp 700 Kilometer für ein MPS auf sich? Weil es zwei sind. An aufeinanderfolgenden Wochenenden schlägt auf der Mausoleumswiese das grösste reisende Mittelalter Kultur Festival der Welt seine Zelte auf. Für uns besonders interessant, zwischen den beiden Veranstaltungen dürfen Besucher auf der Campsite ohne zusätzliche Kosten bleiben.

Unsere Entscheidung, gegen 02:30 in der Nacht loszufahren, hat sich als goldrichtig herausgestellt, kein Stau, nicht mal wirklich starkes Verkehrsaufkommen. So waren wir, Laju, Purple und ich, bereits vor dem Mittag am Eingang der Campsite angekommen. Per Zufall lief uns auch gleich „Papa“ über den Weg, also erübrigte sich das Suchen nach unseren Nachbarn für die 10 Tage. Ausladen und Zeltaufbau bei schönstem Wetter war eine schweisstreibende Angelegenheit, aber ich hatte ja im Vorfeld für Samstag Mittag den kleinen Zuber der Wölfin reserviert. Nach einem Ausflug in die Stadt, wir mussten noch Lebensmittel für die Woche kaufen, machten wir es uns in unserem Garten gemütlich.

Am frühen Abend wurden wir durch penetrantes Klingeln aufgeschreckt, der Eiswagen kam vorbei., sowas hatte ich noch auf keiner Campsite erlebt, tolle Idee. Mittlerweile waren noch weitere Freunde auf der Campsite angekommen, denen natürlich ein kurzer Besuch abgestattet werden musste. Danach war eigentlich ein relativ früher Gang in unsere Betten geplant, doch unsere Nachbarn hatten anderes vor. Da wurde Geburtstag gefeiert, mit Blasorchester und Getrommel, keine schlechte Vorstellung übrigens, aber an Schlaf war natürlich in dem Moment nicht zu denken. Da wir ja ebenfalls zu der Feier eingeladen wurden, gingen wir kurzerhand rüber und feierten ein wenig mit. Dann war aber Zeit den verpassten Schlaf der letzten Nacht nachzuholen.

b142b6e7-4402-49ac-86b8-5eb881f7e7c6Am nächsten Morgen gab es erstmal Kaffee und Frühstück, bevor es auf das Gelände ging. Der erste Punkt auf der Tagesordnung: ein Besuch am Schwarzen Kater. Dort deckten wir uns auch gleich mit Himbeerbrause ein für unseren Zubertermin. War das schön, erst eine Dusche, um den Dreck und Schweiss abzuwaschen, und danach ein entspannendes Bad im heissen Wasser. Danach konnten wir uns quietsche sauber ins Vergnügen stürzen. Das Vergnügen war zum grössten Teil eher ruhiger Natur, für diesen Tag habe ich Kamera mal Kamera sein lassen und wir machten es uns unter den Sonnensegeln bei der MPS Bühne bequem. Da die Kleewiese, Gänseblümchen, Löwenzähnchen und zu dem Zeitpunkt jeweils ein zukünftiges ehemaliges Gänseblümchen und Löwenzähnchen, ebenfalls ihr Lager da aufgeschlagen hatten, verbrachten wir den Nachmittag mit lehrreichen Ausführungen, lustigen Gesprächen und Gänseblümchen ärgern.

Die Konzerte von Versengold, sowie das Nachmittagsset von Saltatio Mortis hörten wir von da sehr gut, auch die Bühne war zum Teil einsehbar. Dadurch bekamen wir auch mit, dass die Spielmänner aus Karlsruhe sich durchaus mit den TBT Bildern der Totentänzer auseinander setzen. Der in der Vorwoche thematisierte Heiligenschein von Lasterbalk dem Lästerlichen fand ebenfalls den Weg nach Bückeburg und auf die Bühne. Mittlerweile ist dieser aber möglicherweise in Rente gegangen, also der Heiligenschein nicht Lasterbalk, und könnte ein Plätzchen auf dem Saltatio Mortis Schrein erhalten. Wir sind mal gespannt, wie es mit dem grünen Ding weitergeht.

img_6138Für das zweite Set von Saltatio Mortis entschieden Purple und ich uns dazu, uns ins Gewühl zu stürzen. Bisher hatte ich noch kein Nachtkonzert von ihnen sehen können und das war eine gute Gelegenheit. Nicht in der ersten Reihe, diese war bei dem Line-up den ganzen Tag schon gut besetzt, sondern etwa in der fünften. Hier war bis auf eine kleine Ausnahme keinerlei Gedränge, man hatte genügend Platz und sehr gute Sicht auf die Bühne. Berichten zufolge soll es auch in der ersten Reihe zwar eng, aber überraschend entspannt gewesen sein. Super Bedingungen, mit bekannten und beliebten Liedern und einem brandneuen Stück heizte die Band ordentlich ein. Aufgrund einiger Anmoderation konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass es auch sonst nicht ganz das übliche Nachtkonzert war, aber wie gesagt, ich war in dieser Saison noch an keinem und weiss daher nicht, was üblicherweise auf der Setliste steht. Auf jeden Fall war es wieder einmal ein „feuriger“ Auftritt mit intensiver Publikumseinbindung.

Langsam liessen wir den Tag bei einem letzten Met/Getränk an der Drachenschenke ausklingen und schon bald lagen wir in unseren Betten.

Bückeburg1-09-07-2017-Ganaim-Claudia_Chiodi-12Den Sonntag liessen wir eher gemütlich angehen, auch wenn ich an dem Tag wieder meine Kamera im Gepäck hatte. Zuerst ging es wieder zum Schwarzen Kater, der dieses Wochenende bei der Festivalbühne stand. Das kam mir sehr gelegen, wollte ich doch bei Ganaim reinschauen, die hier spielen sollten. Irish Folk, wie man ihn kennt, ist ein guter Start in den Tag und ein stets energieladener Pínto macht müdes Publikum schnell munter.

Die Zeit verging beim Herumschlendern wie im Fluge und schon bald war es 16:00, für mich Zeit langsam in Richtung Workshop Zelt von Alex Zwingmann zu gehen. Ja genau, wieder einmal, aber es lohnt sich auch immer wieder. Eine andere Gruppenzusammensetzung heisst auch immer wieder ein anderes Programm, so oder so versucht Alex immer auf die Erfahrungen und Kenntnisse seiner Teilnehmer einzugehen. Da die Drehleier ein sehr vielseitiges Instrument ist, ist es auch überhaupt kein Problem ein bereits bekanntes Stück noch einmal aufzugreifen. Die Melodie hat man dann schnell wieder drauf, dafür kann man versuchen, sich ein wenig mehr mit der Schnarre zu beschäftigen, beides gemeinsam ist nämlich nicht ohne. Nicht dass das Ergebnis bei mir schon als gut bezeichnet werden kann, aber Fortschritte erkenne ich durchaus.

Bückeburg1-09-07-2017-Saor_Patrol-Claudia_Chiodi-18Zum Abschluss des Wochenendes ging es zum Abendkonzert von Saor Patrol, immer ein Garant für intensive Beats, mit drei Schlagwerk-Spezialisten nicht ganz überraschend, und sehr viel Spass. Neben direkter Interaktion mit dem Publikum, bleiben auch dumme Sprüche untereinander nicht aus. Man merkt deutlich. dass die Truppe Spass an ihren Auftritten hat, auch wenn sie schon das ganze Wochenende über mehrere Sets gespielt haben. Saor Patrol ist übrigens nicht einfach nur eine Band, dahinter steht ein viel grösseres Projekt, das sie unterstützen, der Clanranald Trust of Scotland. Eine Stiftung mit dem Ziel Menschen allen Alterskategorien über die schottische Geschichte zu informieren mit Hilfe einer nachgebauten befestigten Siedlung namens Duncarron. Dieses Thema verdient eigentlich einen eigenen Artikel, mal schauen was sich da machen lässt… auf jeden Fall ist Charlie Allen als Gründer und Triebfeder des Ganzen eine inspirierende Persönlichkeit, auch abseits der Musikbühne. Solltet ihr mehr darüber wissen wollen, findet ihr einige Informationen auf dem Internet oder ihr sprecht ganz einfach die Verantwortlichen des Merchstandes an. Ich bin überzeugt, dass sie euch gerne mehr davon erzählen.

Das erste Wochenende in Bückeburg neigt sich dem Ende zu, ganz schön, mal kein Zelt zum Abbauen, nichts zum Packen, einfach nur ausklingen lassen und Montag ausschlafen. Wie es auf der Campsite weiterging und wie das zweite Wochenende war, erzähle ich euch ein anderes Mal.

 


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