Versumpft im Süden – MPS Weil am Rhein 1

Die Anreise war für mich diesmal eher gemütlich, Laju ist mit Lady Anora bereits am Freitag Vormittag voraus gefahren und die beiden haben unser Zuhause für das Wochenende aufgebaut. Da ich mir letzte Woche noch einen Zeh gebrochen hatte und daher nicht ganz so gut zu Fuss war, konnte ich mit Leed mitfahren, der genau wie ich noch bis Freitag Abend arbeiten musste. Gegen 20 Uhr trafen wir auf der Campside ein, die für einmal geradezu übersichtlich bebaut war, offensichtlich liessen sich doch einige durch die schlechte Wetterprognose für das Wochenende abschrecken. Anfänger – es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung! Schnell noch Leed’s Auto ausgeladen und ab auf die Wohnmobil Campsite zum Rest unserer MPS Familie, wo uns bereits das Abendessen erwartete. Der gemütliche Teil hatte begonnen.

Samstag ging es wie immer zuerst zu einem Begrüssungstrunk am Schwarzen Kater, und schon waren wir mittendrin in der MPS Stimmung. Dabei wurde auch gleich der neue Kilt von Dieb von Rapalje ausgiebig bewundert. So neu, dass er fast noch glänzt und wegen der fehlenden Löchern dem Herrn eher ein wenig zu warm war. Da zu dem Zeitpunkt auch noch die Sonne schien, verständlich, ich vermute, später an diesem Tag war er dann doch ganz froh um den intakten Stoff.

Solange es noch trocken war, machten wir uns auf den Weg, um die Stände abzuklappern. Einige Einkäufe waren schon länger geplant, wie zum Beispiel ein Ledermieder, welches ich im Internet schon gesehen hatte. Da ich mir mit der Grösse nicht ganz sicher war, brachten mir die Händler von Mytholon zwei verschieden Grössen zum Anprobieren mit. Eine passte wie angegossen und befindet sich mittlerweile in meinem Besitz. Ausserdem war natürlich auch ein Besuch an den Merchständen der Bands geplant: neue Saison = neue Ware. Und was für schöne Sachen es da gab, wieder einmal habe ich mein geplantes Budget ein wenig überschritten, aber was solls, man lebt nur einmal.

img_5839
Die Schuhe von Leed sind vergleichsweise sauber

Da mich am Samstag in erster Linie das Programm auf der MPS Bühne interessierte, suchten wir uns einen Tisch unter den Sonnen/Regensegeln in der Nähe. Lange stehen und tanzen lag bei mir dieses Wochenende nicht drin. Ausserdem war ja Regen angesagt und mein Spezialschuh sollte, wenn möglich, nicht allzu nass und dreckig werden. Ich muss den ja 24 Stunden tragen für noch die nächsten 3-5 Wochen. Für die Nacht hatte ich zwar noch einen leichtere und saubere Version dabei, aber bei dem Wetter bestand eher nicht die Möglichkeit ersteren über Nacht zu trocknen. Bald schon setzte der angekündigte Regen ein und hörte auch nicht mehr auf, das Gelände verwandelte sich stellenweise in einen regelrechten Sumpf. Was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

img_5834Mit einigen trockengeriebenen Barhockern hatten wir einen guten Blick auf die Bühne und das Meer von Regenschirmen, die sich teilweise im Takt bewegten. Zwischen den Konzerten von Versengold und Saltatio Mortis sollten Cultus Ferox und die Weltenkrieger auf dem Gelände unplugged spielen, durch den Dauerregen suchten sie Schutz unter den selben Sonnensegeln wie wir. Also bis auf die Löcher direkt über unserem Tisch war es eigentlich ein idealer Platz. Während die anderen immer mal wieder Ausflüge zu anderen Bühnen und diversen Ständen machten, hielt ich in der Regel die Stellung und passte auf die Sachen auf. Dafür bekam ich auch Getränke und Essen an den Tisch geliefert, prima Service. Da so immer mal wieder ein Plätzchen am Trockenen bei uns frei war, bekam ich auch regelmässig neue Gesprächspartner, Besucher und Musiker. Also alles andere als langweilig. Ebenso war es mal sehr schön die Feuershow von Saltatio Mortis aus einiger Entfernung zu sehen, und somit als Gesammtwerk, definitiv auch empfehlenswert.

Versengold stellte einige Lieder von ihrem neuen Album vor und die können sich hören lassen, die Vorfreude auf Funkenflug steigt und es heisst noch bis August warten. Entweder hat die Folkband allgemein wieder mehr Balladen in die Setliste aufgenommen, oder weil sie in Weil beide Tage spielen, ich finde es klasse. Für mich geht da immer die Sonne auf, auch wenn es wie aus Kübeln giesst. Die Truppe bringt einfach immer soviel emotionale Wärme mit, dass ich alles rundherum vergessen kann. Saltatio Mortis dagegen punktet mit bereits bekannten Liedern in neuem Gewand. So übernimmt Lasterbalk zwischendurch das Schlagzeug damit Jean mit Klavier und Gitarre das Publikum erfreuen kann. Dass der Tambour diese Instrumente spielt, ist ja eigentlich nicht neu, aber auf dem MPS kennt man das so eigentlich nicht. Luzi erfreute uns hingegen mit den Schlümpfen. Das dazu passende Kostüm veränderte seine Silhouette derart, dass ich in aus der Ferne nur an seinen typischen Handzeichen erkennen konnte.

Der Regen hatte aber zu später Stunde auch noch Auswirkungen auf die Technik, kurz vor Ende des Nachtkonzertes von Saltatio Mortis gab es einen Knall und die Bühne war dunkel. Bei den Requisiten der Band befand sich auch noch ein Megaphon, mit dessen Hilfe Lasterbalk dem Publikum mitteilte, dass sie in dem Fall einfach die Instrumente packen und an der Drachenschenke unplugged weiterspielen würden. Direkt vor dieser war der Boden mittlerweile knöcheltief aufgeweicht, was aber kaum jemand davon abgehalten hat, genau dort zu stehen und mitzufeiern. Und wir fanden noch einige Stellen, wo man gefahrlos stehen konnte. Müde, aber bevor wir komplett durchnässt waren, kehrten wir in unser Zelt zurück und krabbelten in unsere warmen Schlafsäcke.

img_5838Am regenfreien Sonntag morgen bereitete uns Laju ein tolles warmes Frühstück, Kaffee und Porridge, das gibt Kraft für noch eine Runde. Also begaben wir uns wiederum an den Schwarzen Kater, für unsere Himbeerbrause. Und da bewegten wir uns vorerst nicht mehr weg. Mit Rapalje auf der Bühne und netter Gesellschaft an der Theke war es ein gemütlicher Sonntag. Als dann am Horizont immer mehr dunkle Wolken aufzogen und der Wind auffrischte, entschieden Laju, Lady Anora und ich uns, dass es höchste Zeit wird mit dem Abbau. Das machen wir lieber nicht im strömenden Regen, der sich nun wieder ankündigte. Bei unserer kleinen Verabschiedungsrunde drohten wir noch allen, dass wir ihnen dann im Juli wieder ausgiebig auf die Nerven gehen können und werden.

Der Abbau ging relativ schnell, trotz diverser Handicaps, und müde machten wir uns auf den Heimweg, von einer heissen Dusche träumend. Am Ende eines solchen Wochenendes sauber und warm noch ein wenig chillen gehört für mich auch dazu und ist ein schöner Abschluss.

P.S.: Mehr Bilder gibt es diesmal von mir nicht. Als Humpelstilzchen habe ich entschieden, die Kamera nicht mitzunehmen und alles einfach nur zu geniessen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s