Wacken Winter Nights 2017 – zweiter und dritter Tag

Samstag ging es für Nia und mich los mit einem kurzen Einkaufstrip, wo wir bei Gelegenheit gleich noch zusätzliche Thermounterwäsche besorgten. Hatten wir am Freitag noch vereinzelte Sonnenstrahlen, versprach der zweite Tag eher grau zu werden, nicht dass wir uns falsch verstehen, ich meine nur das Wetter.

Ein wenig später als am Vortag waren wir unterwegs vom Parkplatz zum Gelände, schon auf dem Weg dahin hörten wir den Opener auf der Bühne des Eispalastes, Serenity. Schande über mein Haupt, hatte ich mich im Vorfeld kaum bis gar nicht mit den mir noch nicht bekannten Bands des Festivals befasst. Aber was ich da hörte, hat mich schon aus der Distanz überzeugt und auch der Blick, den ich dann noch auf die Bühne werfen konnte, machte mir klar, diese Band muss auf meine Liste. Und das ist die österreichische Melodic Metal Band auch nach herumstöbern auf ihrer Homepage und dem Youtube Kanal immer noch, da wird noch das eine oder andere Album meiner Musik Sammlung hinzugefügt werden.

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Foto von Nia Lebt

Unser erster geplanter Termin war das Konzert von Harpyie im Theater of Grace. Mittlerweile hatte leichtes Schneetreiben eingesetzt, gerade passend zu dem Programm der Sturmvögel. Sie hatten nämlich ein Stück ihres neuen Albums Anima, das am 28.04. erscheinen wird, im Gepäck: Schneeblind. Sehr überzeugend, somit ist der Kauf dieses Silberlings ebenfalls eine klare Sache. Ebenso überzeugend war der ganze Auftritt, herrlich verrückt, Bühnen-Make-up passend zum (noch) aktuellen Album Freakshow gleichzeitig sehr sympathisch. Auch ein kleines Spässchen des Herrn über die Soundanlage durfte nicht fehlen. so mag ich das. Auf die Sturmvögel wartet ab Mitte März die Tour mit Feuerschwanz und ab Mai einige Festival Auftritte, unter anderem wieder in Wacken.

Weiter ging es im Eispalast mit dem „Pakt der Geächteten“ aus Hamburg, Vogelfrey. Uns haben sie bereits auf der Tour mit Feuerschwanz begeistert, und ich freute mich sie wieder live zu sehen. Da der Platz vor der Bühne aber verständlicherweise aber Mangelware war, entschieden wir uns bei heissem Apfel-Birnen-Saft (an dem Tag war ich zum Fahren bestimmt worden) vor allem die Musik zu geniessen und ab und zu einen kleinen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Nia hatte da weniger Probleme, mit dem Fotografen Akkreditierung konnte sie an vorderster Front wenigstens in der Regel die ersten drei Lieder bleiben. Nicht nur deswegen, sondern auch weil mein Handy am Samstag lieber am Ladekabel hängen wollte als zu arbeiten, hat sie mir erlaubt einige ihrer Bilder hier zu benutzen, vielen Dank nochmals dafür.

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Foto von Nia Lebt

Für den frühen Abend hatten wir uns ein Konzert in der Village Church vorgemerkt, Magda Andersson von Ye Banished Privateers stellte ihr Soloalbum vor. Ausserdem hatten wir gerüchteweise vernommen, dass es in der Dorfkirche geheizt sein soll, also zogen Laju, Nia, Purple und ich (eigentlich viel zu früh, aber uns war einfach nur noch kalt) los. Ja Purple war auch bei den WWN, nicht mit uns zusammen, aber wir finden uns einfach immer wieder. Kaum in der Kirche angekommen entledigten wir uns diverser Kleidungsschichten, keine Angst, wir waren immer noch züchtig bedeckt, aber es war wirklich schön warm hier. Offensichtlich waren wir nicht die einzigen Neugierigen, immer mehr trafen ein. Eine sichtlich überraschte Magda stellte fest, dass sie wohl vor „ausverkauftem“ Haus spielen würde. Zu Beginn warnte sie uns vor, dass wir wohl nichts verstehen würde, denn ihre Lieder sind alle auf Schwedisch. Es war auch nicht nötig den Text zu verstehen, vor jedem Lied erklärte sie kurz, worum es darin ging, und den Rest erledigte sie mit ihrer gefühlsbetonten Stimme und Mimik. Mein Highlight des zweiten Tages, feuchte Augen und Wangen, Gänsehaut pur, trotz Sprachbarriere! Scheint wohl so, als müsste ich Schwedisch lernen, diese Texte würde ich zu gerne verstehen.

Nach einem kleinen Nachtspaziergang gelangten wir vier wieder zurück zum Gelände, zu spät für uns um bei Tanzwut noch vorne dabei zu sein. Aber Essen musste auch mal wieder sein, und Kaffee klang auch nach einer sehr guten Idee. Ausserdem sah das Feuerspektakel der Band aus ein wenig Distanz sowieso viel besser aus.

Mittlerweile wieder so richtig durch gefroren, entschieden wir uns es für den Tag gut sein zu lassen. Lieber noch ein wenig in der Küche plaudern und den Tag Revue passieren lasse.

img_4689Am Sonntag stand für uns vor allem im Zeichen der Musketiere und Piraten, aber erst spielten Melted Space im Eispalast. Von der Band aus Frankreich hatte mir Laju im Vorfeld ein paar Lieder vorgespielt, noch war ich nicht sicher wie mir das gefällt. Die Band aus Frankreich besteht unter anderem aus zwei Sängerinnen und zwei Sängern, wovon einer vor allem den gutturalen Gesang beherrscht, was nicht so ganz meins ist. Das Konzept der Band war gerade für Open Air im Winter eigentlich hervorragend geeignet, denn nur bei den wenigsten Liedern waren alle Stimmen eingebunden, meist nur eine oder zwei. Daher konnen sich die jeweils nicht beschäftigten hinter die Bühne zurückziehen und kurz in eine warme Jacke schlüpfen. Auch wenn mir immer noch nicht alle Songs gefallen, sollte ich sie wieder einmal auf einem Festival sehen, wäre ich nicht abgeneigt.

img_4850Dannach noch einmal mit heissen Getränken und plaudern die Wartezeit überbrückt, und dann war es Zeit für „Mantel und Degen“. dArtagnan hatte ich schon länger auf dem Plan und auf meiner Playlist, aber hatte ich noch nicht die Gelegenheit sie auf der Bühne zu sehen. Mit ihrem einzigartigen Musketierrock brachten sie trotz der immer noch eisigen Temperaturen die Menge zum Kochen. Die neu interpretierten Traditionals und eigenen Songs mit Texten über schöne Frauen, Zusammenhalt, Heldenmut und -taten machten einfach Laune zum Feiern und Träumen. Die Nürnberger hatten in letzter Zeit auch die Schlagerszene auf sich aufmerksam gemacht, und jetzt spielen sie auf Wacken. Wie passt das zusammen? Hervorragend! Auch wenn ich normalerweise eher auf ein wenig härtere Musikrichtungen stehe, ich mochte Musketiere schon immer, seien es die in den Büchern von Dumas oder Interpretationen von Hollywood, und das schliesst diese Musketiere mit ein. Die ungünstige Witterung hat die Musiker nicht davon abgehalten mit Leidenschaft und viel Spass auf der Bühne zu stehen, und das war definitiv ansteckend.

Mit leichtem Herzen ging es weiter in die Mystic Woods, ein kleines ausgedünntes Waldstück entlang dem Gelände, mit Sitzgelegenheiten und Taverne. Auch hier spielten einige Bands, nicht auf einer Bühne sondern mitten im Publikum, unser Ziel war das letzte Konzert von Ye Banished Privateers auf diesem Festival. Ein 30 minütiges Set ohne Verstärker während es langsam dunkel wurde, inmitten von engagierten Zuhörern, so nah kommt man sich vermutlich eher selten. Schön war es aber leider viel zu schnell schon wieder vorbei.

Langsam machten wir uns daran, unsere Schäfchen einzusammeln und Abschied zu nehmen von Wacken (bis zum Sommer). In der Zwischenzeit hat im Eispalast Orden Ogan begonnen zu spielen, noch eine Band, die ich irgendwie so gar nicht auf dem Schirm hatte. Das könnte natürlich daran liegen, dass ich mich erst seit kurzem wieder mit Power Metal beschäftige. Auf jeden Fall hat mir was ich gehört habe und sehen konnte Lust auf mehr gemacht, und auch hier haben mich weiterführende „Recherchen“ im Internet nur noch bestärkt.

img_5027Und damit ging Wacken Winter Nights zu Ende. Mein Fazit: Ein cooles Wochenende. Es gibt noch einiges was zu verbessern wäre (Wärmezelt, mehr Toiletten) aber nur in der Infrastruktur. Das Line-up und auch die Verpflegungsstände waren weit mehr als nur zufriedenstellend, ich bin ja gespannt wie das noch getoppt werden soll nächstes Jahr, am 23.-25.02.2018 soll es nämlich in die zweite Runde gehen.

Meinen Respekt gilt all denjenigen, die bei Minus Graden auch am Tag tatsächlich in Wacken gezeltet haben. Ihr seid zwar verrückt, aber ich bin beeindruckt.

Mehr Bilder von den drei Festivaltagen findet ihr für einmal nicht auf meiner Facebook Seite, ich war vor allem zum Vergnügen da. Aber super Bilder findet ihr bei Nia Lebt, lafringuella.netKim George Fotografie und die Bilder von Holger Bär bei Tombstone Webzine. Bitte daran denken, dass ihr zur Verwendung der Bilder die Erlaubnis der Fotografen braucht, also unbedingt vorher fragen (auch nach den Bedingungen). Das unbewilligte Veröffentlichen von Bildern ist kein Kavaliersdelikt!


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