Wacken Winter Nights 2017 – Anreise und erster Tag

Vom 10.02.-12.02. standen die ersten Wacken Winter Nights an, die Wettervorhersage kündigte Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (von Wasser) an. Für uns ging es schon Donnerstag früh los, sehr früh, die Taschen gefüllt mit Thermokleidung, Wärmepads und viel Zubehör für den beliebten Zwiebel-Look. Die erste Teilstrecke bis zu Aurja bewältigten Laju und ich in der veranschlagten Zeit und dort wurde unser Gepäck gleich in das grössere Auto von Aurja umgeladen, unsere zuverlässige Kutsche „durfte“ diesmal nämlich nicht mit und konnte einen Kurzurlaub in Süddeutschland verbringen. Der nächste Halt war bei unserer vierten Mitfahrerin und Navigatorin, dort wurden wir noch mit einem Frühstück gestärkt und bald schon waren wir wieder auf der Strasse gen Norden.

img_5017Die Fahrt verlief ereignislos, ausser dass wir noch zwei niedliche Anhalter aufgelesen haben. Am frühen Abend trafen wir an unserem Zwischenziel für die Nacht ein, Maddesen und Rakus hatten uns zum Abendessen und Übernachten eingeladen, oder wir uns selber? Die beiden wollten uns ursprünglich begleiten an die WWN, mussten aber leider absagen. Vielen Dank, dass ihr uns verrückte Truppe dennoch beherbergt habt, ihr wisst, dass ihr uns jederzeit zu einem Gegenbesuch willkommen seid.

Freitag morgen fuhren wir weiter zu unserem Stützpunkt für das Wochenende, eine sehr grosszügige, mollig warme Ferienwohnung. Kurz eingerichtet, uns in diverse Kleidungsschichten gehüllt und schon ging es weiter nach Wacken. Zuerst ging es zum Check-in, Bändchenausgabe und Bezahlkarten aufladen.img_5024 An diesem Wochenende wurde auf dem Gelände kein Bargeld akzeptiert sondern nur Cashless Payment. Ich war im ersten Moment nicht sehr begeistert von der Idee, aber bei der Kälte keine Münzen zu zählen hatte definitiv etwas für sich. Im grossen Ganzen hat das System gut funktioniert, stiess ich beim Bezahlen mal auf ein Problem, wurde dies sehr speditiv gelöst.

Das Gelände selber war recht übersichtlich, und der erste Rundgang somit schnell gemacht. Toiletten fanden wir nur beim Eingang, wir hätten uns noch weitere gewünscht. Nicht weil es einfach näher und praktischer gewesen wäre, sondern weil es für die weiblichen Gäste einfach zu wenig Toiletten hatte.

Für uns von grossem Interesse waren die beiden Bühnen Eispalast und Theatre of Grace, auf diesen beiden Bühen wurde mehrheitlich abwechslungsweise gespielt und da Freitag das Line-up gespickt war mit persönlichen Highlights, war ein „Schlachtplan“ nicht ganz unnötig. Der Eispalast bestand aus einem Dach und dekorativen Eiskristallen and den Stützen, eigentlich sehr schön, aber eben auch eiskalt. Im Publikum war es eigentlich gut auszuhalten, da man sich gegenseitig zum grössten Teil vom Wind abschirmte und durch das grosse Interesse an den jeweiligen Bands wurde es zeitweise recht kuschelig. Auf der Bühne hingegen waren die Künstler der Kälte relativ ungeschützt ausgeliefert und damit haben wohl einige nicht gerechnet. Und selbst wenn, gewisse Instrumente lassen sich mit Handschuhen nicht wirklich oder nur sehr schwer spielen. Das Theater of Grace hingegen war mit Wänden auf drei Seiten wesentlich angenehmer, dafür aber auch sehr schmal. Dadurch stand man schnell dicht gedrängt, nichts für Leute mit Platzangst. Da hier keine Wellenbrecher Platz gefunden hatten, stand die erste Reihe direkt an der Bühne also praktisch ein Wohnzimmerkonzert.

Nun zum Hauptteil des Wochenendes: der Musik! Für uns ging es mit Unzucht im Eispalast los. Ich war echt gespannt auf diese Band, ihre Musik lief bei mir über den Weihnachtsurlaub rauf und runter, aber live hatte ich sie noch nicht erlebt. Mit ihrem ersten Lied hatten sie mich noch nicht überzeugt, es wirkte eher verhalten. Dies musste aber der Kälteschock gewesen sein, denn danach taute die Band auf und der Funke sprang über. Auch wenn der Anblick des Gitaristen mich frösteln liess, hat es enorm viel Spass gemacht.

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Foto by lafringuella.net

Dennoch haben für einen kurzen Moment drei flauschige Wesen in der ersten Reihe die Aufmerksamkeit der Fotografen gewinnen können. Lady Fluffington und Plüschis on the Road waren natürlich anwesend, wie so oft, wenn gute Musik gefeiert wird.

Weiter ging es im Theater of Grace mit Nachtgeschrei. Noch einmal genossen wir ein Set im Namen von Staub und Schatten, ich habe Abschied gefeiert von einem lieb gewonnenen Programm, bevor am 03.03. das neue Album Tiefenrausch erscheint. Einen kleinen img_4574Vorgeschmack darauf wurde uns mit Aus dem Licht geboten, ebenso feierte der Titelsong des Albums Video Premiere an diesem Abend, beide Songs gefallen mir sehr gut und ich bin gespannt auf die neue Scheibe und freue mich auf die neue Tour.

Weiter ging es wieder in der Kälte mit Versengold. In der Kälte vor allem, weil der Platz vor der Bühne im Eispalast komplett voll war und wir nur noch am Rande Platz fanden. Wir haben das Beste daraus gemacht und uns mit Heissgetränken und Essen versorgt und uns mit dank der grösseren Bewegungsfreiheit mit Tanzen warmgehalten.

Als nächstes auf dem Programm stand für mich der Auftritt von Mono Inc., genau wie Unzucht eine Premiere für mich. Wieder mitten drin, kamen wir in den Genuss eines akkustik Programmes mit einem überraschenden Highlight, übrigens mein Highlight des Tages. Da setzt sich der Bassist ans Klavier und der Pianist tritt ans Mikrofon,  gespannt harrte ich der Dinge, völllig unwissend, dass Ronald Zeidler nicht nur Klavier spielen kann, sondern auch Opernsänger ist. Mit einem wunderschönen Lied hat er mich träumen lassen und eine Gänsehaut beschert, die so überhaupt nichts mit den herrschenden Temperaturen zu tun hatte.

Den Abschluss des ersten Tages machten Saltatio Mortis, eine Band die es durchaus gewohnt ist im Winter im Freien zu spielen. Diesmal hatten sie aber eine eher suboptimale klimatische Vorbereitung, kamen sie doch praktisch direkt aus der Karibik von der 70’000 Tons of Metal. Aber auch ohne ihre wärmende Feuershow brannte der Eispalast, nur die kurzen Hosen von Lasterbalk dem Lästerlichen am Schlagzeug haben für einige verwunderte Mienen und Frösteln im Publikum gesorgt. Dies war aber schnell vergessen, die acht Spielmänner fesselten mit ihrer gewohnt launigen Art das Publikum von der ersten Minute an. In der knapp 2 stündigen Show durften aber auch ein paar ernste Worte nicht fehlen, wie immer bei der Anmoderation zu Nachts weinen die Soldaten, die hoffentlich gerade durch den Kontrast hängen bleiben und auf fruchtbaren Boden fallen.

Nach dem Headliner des ersten Tages drängte uns der eisige Wind doch recht bald zum Aufbruch und wir zogen uns in unser gemütliches Domizil auf Zeit zurück. Dort wärmten wir uns noch ein wenig mit Kaffee, an die Heizung kuscheln und Gesprächen auf und fielen dann relativ bald in unsere Betten.

Mehr Bilder von diesem und den anderen Festivaltagen findet ihr für einmal nicht auf meiner Facebook Seite, ich war vor allem zum Vergnügen da. Aber super Bilder findet ihr bei Nia Lebt, lafringuella.netKim George Fotografie und die Bilder von Holger Bär bei Tombstone Webzine. Bitte daran denken, dass ihr zur Verwendung der Bilder die Erlaubnis der Fotografen braucht, also unbedingt vorher fragen (auch nach den Bedingungen). Das unbewilligte Veröffentlichen von Bildern ist kein Kavaliersdelikt!


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