Was zählt ist die Sonne von heute

Es ist für mich Zeit eine kleine Zwischenbilanz zu schreiben, jetzt da die Sommersaison zu Ende ist und alles wenigstens ein bisschen in ruhigere Fahrwasser gerät. Einigen kommt mein Titel vielleicht bekannt vor, kein Wunder ich habe ihn ja auch bei Versengold gemopst. Es ist nur ein Teil des Refrains des Liedes Zeitlos, der Ganze lautet wie folgt (ich kann das nicht lesen, ohne es im Kopf gleich mitzusingen):

Soll doch die Zeit um uns alle vergehen
Wir tanzen im zeitlosen Schritt
Soll sich die Uhr und die Welt weiter drehen
Wir drehen uns einfach nicht mit
Wir leben jetzt ohne Furcht ohne Sorgen
Uns kümmert als feiernde Meute
Kein Schnee mehr von gestern kein Regen von morgen
Was zählt ist die Sonne von heute

Klar kann man nicht immer nur im Heute leben, denn wenn man einen Wunsch oder Ziel hat, sich auf etwas freut oder etwas fürchtet, dann ist das Morgen immer wieder präsent. Das ist auch nicht falsch, auf gewisse Dinge muss man hinarbeiten, sparen oder eine Ausbildung machen. Wenn man da das Morgen komplett aus den Augen verliert, wird es sehr schwer das Ziel zu erreichen. Genau wie das Gestern uns lehrt, Dinge besser oder einfach nur anders zu machen. Aber darüber wird oft das Heute vergessen.

Bei Clash Royale hat heute Klobürste im Chat geschrieben: „Bei mir ist glaube ich die Blüte des Lebens schon längst verwelkt… Wann sollte man sich denn darin befinden? Ich habe das Gefühl, diese Zeit ging an mir vorbei.“ Meine Antwort war spontan, dass ich mich dazu entschieden habe, dass die Blüte meines Lebens genau jetzt ist. Ein Teil davon ist von Aussen bestimmt, eine beste Freundin und Mitbewohnerin mit ähnlichen Interessen, ein vernünftig bezahlter Job, eine Gesundheit, die noch mitmacht. Anderes habe ich selber in der Hand. Gerade im Hinblick auf das Morgen in Bezug auf die Gesundheit, habe ich entschieden, dass Heute die Zeit ist, um zu leben. Ich kann und will nicht auf diese Zeit warten, sondern nehme ich es selber in die Hand und treffe die Entscheidung selber.

Und ich lebe, zu meinen Bedingungen, leise begonnen hat dies schon früher, aber seit dem Zirkus Zeitgeist Konzert in Köln letztes Jahr mache ich es erst richtig gezielt und mit voller Absicht. Ich bin im vergangenen Jahr stärker geworden. Stärker dahingehend, dass ich mich weniger darum kümmere, ob es „vernünftig“ ist was ich tue, sondern mehr darauf schaue, dass es Spass macht und mir und natürlich anderen nicht schadet. Ich habe seit letztem November Dampf abgelassen, getanzt, gelacht, gefeiert, gesungen, geredet und ja auch geweint. Ich bedauere nichts davon und würde alles wieder so machen. Ich habe viele besondere Menschen kennengelernt, mich geliebt, verstanden, geborgen und aufgehoben gefühlt, ich war erschöpft und bald darauf wieder voller Tatendrang. Manchmal war es wieder wie als kleines Kind am Vorabend von Weihnachten, aufgeregt und in freudiger Erwartung, was da kommen mag.

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Nach Maxlrain mit Tape

Irgendwann wird der Regen von Morgen kommen, irgendwann werde ich die Arthrose mehr spüren. Eines Tages wird der Spass zwar nicht vorbei sein, aber nicht mehr so ohne weiteres möglich. Es gab auch jetzt schon einige Konzerte, nach denen ich meine Hände nicht mehr gebrauchen konnte und vor Schmerzen geweint habe oder der Gedanke Kopf-Wand da war, die Frage wird irgendwann sein, was wiegt schwerer. Tage mit Schmerzen und daraus resultierenden düsteren Gedanken gibt es immer wieder, auch ohne Exzesse meinerseits. Im Moment geben mir diese Erlebnisse die Kraft diese Tage zu überstehen und nicht in ein tiefes Loch zu fallen. Also nehme ich mit was ich kann, und schreibe es in meinem Blog nieder, zur Erinnerung und zum Nachlesen an den Regentagen.

Der Plan war es, mit den Worten von Metusa im Rückblick auf dieses Jahr sagen zu können: Ich habe gelebt! Und das habe ich, das haben wir. Unter Mithilfe vieler neuer und alter Freunde, denn alleine wäre vieles so nicht möglich gewesen und hätte nur halb so viel Spass gemacht. Wo gute Menschen sind, da passieren gute Dinge, dies wurde dieses Jahr immer wieder bestätigt, danke. Und das kann so weitergehen (ja auch das ist geklaut), noch bin ich nicht bereit, ruhiger zu werden. Manche Dinge im Leben kann man nicht ändern und muss sie so akzeptieren, wie sie sind. Auf der anderen Seite (und da kommt wieder Versengold ins Spiel) muss das Leben mich so nehmen wie ich bin. In dem Sinne, hoch die Krüge! Auf das wir in ferner Zukunft an unserem Lebensabend voller Inbrunst und mit einem breiten Grinsen sagen können: „Wir haben gelebt!“


3 Gedanken zu “Was zählt ist die Sonne von heute

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