Wo der Frosch die Locken hat – MPS Maxlrain 2016

Nun ist es vorbei, unser letztes MPS dieses Jahres, was für ein persönlicher Saisonabschluss. Emotionaler hätte er kaum sein können, dies lag zum Teil an Metusa und ihrem Abschied vom reisenden Markt, aber auch an vielen alten und neuen Freunden und den anderen Bands und ihrer Lieder. Aber ich greife ja bereits wieder vor, also zurück zum Anfang.

Dieses Jahr reisten wir über Österreich an, wir wurden um eine Mitfahrgelegenheit von einer Teilnehmerin des Spezial Totentänzer Stammtisches von Aach gebeten, keine Frage, war es für uns nicht wirklich ein Umweg und Platz im Auto war ebenfalls vorhanden. Der Platz war vorallem dem Umstand geschuldet, dass wir uns auf der Campsite mit noch 10 weiteren Besuchern verabredet hatten. Dadurch konnten wir einen Teil unserer Ausrüstung zu Hause lassen und bei anderen mitbenutzen, ebenso, wie wir unsere Habe geteilt haben. Die weiteste Anreise hatten wohl unsere Freunde aus Hamburg, die uns eigentlich auch Nia mitbringen wollten. Diese wurde leider noch kurz vor Abreise von ihrer Gesundheit ausgebremst, das nächste Mal kommt bestimmt und dann klappt das auch. Alle hatten die Anreise am Freitag geplant und bis zum gemütlichen Teil des Abends hatten sich auch noch unsere Nachbarn dazugesellt, unsere Runde war auf gut zwanzig Personen angewachsen. Die ungeplante Erweiterung hat uns neben Pfannkuchen zum Frühstück auch tolle neue Leute in die Runde gebracht. Es war einfach nur schön, gegenseitige Hilfe beim Zeltaufbau und Abwasch, das Teilen von Essen und Trinken und spannende Gespräche am Lagerfeuer, was könnte schöner sein.

Samstags ging es dann kurz nach Öffnung der Tore auf das Gelände, nach dem ersten Set von Metusa und der anschliessenden Markteröffnung, verteilten wir uns in kleineren Grüppchen über das Gelände. Nicht jeder hatte die selben Pläne, aber mit so vielen Leuten findet man immer wieder jemand, der einen ein Stück des Weges begleitet. Ich hatte mir beide Konzerte von Saltatio Mortis vorgenommen und mindestens das Erste von Versengold. Als wir zur MPS Bühne kamen, wo beide Bands spielen würden, war noch der ganze Platz frei, in dem Moment habe ich mich ein wenig geärgert, dass ich die Kamera nicht dabei hatte, denn bei Saltatio Mortis eine solche Ausgangsposition zu haben, ist mittlerweile selten geworden. Aber da ich nicht 100% fit war, hatte ich mich am Samstag gegen zusätzliches Gewicht entschieden. Dafür konnte ich alles in vollen Zügen geniessen.

Das erste Konzert von Versengold hat mir den Mund wässrig gemacht für das Abendkonzert (von dieser Band konnte ich dieses Jahr noch kein komplettes Abendkonzert sehen) und so entschied ich mich, dass dieser Tag mehrheitlich an dieser Bühne stattfinden würde.

Bereits als Saltatio Mortis während des Nachmittagskonzertes das Lied „Nachts weinen die Soldaten“ anstimmten, liefen bei mir die ersten Tränen, nichts Neues und eigentlich nicht weiter erwähnenswert, wer meinen Blog öfters liest, weiss dies ja bereits, und auch dass es mir dabei eigentlich nicht mehr wirklich schlecht geht, sondern einfach nur die Gefühle zuviel werden und das mein Ventil ist. Nur war ich in meinem Freundeskreis nicht die Einzige, auch zwei meiner Freundinnen lagen sich zum Schluss schluchzend in den Armen. Ich weiss nur zum Teil, welche Erinnerungen oder Gefühle bei ihnen angesprochen wurden, was ich aber gar nicht verstehen kann, sind die Reaktionen einiger Leute um uns herum. Selber habe ich es nicht mitgekriegt, aber einige fanden es wohl vollkommen daneben, sich so seinen Gefühlen hinzugeben, und haben das auch geäussert. Dazu kann ich nur sagen, behaltet eure vorlauten Kommentare das nächste Mal bitte für euch. Ihr habt keine Ahnung, was einige Leute erlebt haben oder dass die Fans neben euch vielleicht Freunde oder Familie in einem Krisen/Kriegsgebiet haben. Ausserdem, was ist denn so schlimm dabei, wenn man von seinen Gefühlen überwältigt wird? Wir haben ja niemandem damit geschadet. Ganz anders haben wohl einige Protagonisten auf der Bühne reagiert, denen die Anteilnahme und Besorgnis anzusehen gewesen sein soll. Ein Künstler sagte uns einmal, wenn er sieht, dass seine Musik jemanden berührt und sichtbar Gefühle auslöst, weiss er, er hat etwas richtig gemacht. Und das ist bei diesem Lied definitiv so, alles richtig gemacht.

Nach diesem Set haben wir auch noch Basti und das Geburtstagskind Wuschel von Fuchsteufelswild getroffen, die Anwesenheit von „Cordoban“ wurde ja bereits von Lasterbalk mit dem Stichwort Intimrasur angekündigt. Viel weiter kam er in der Geschichte nicht, weil Nachmittag und so, und da bin ich eigentlich auch ganz froh darüber… man muss einfach nicht immer alles wissen.

Langsam wurde es kühler, und beim Abendkonzert von Versengold wurde es auch langsam dunkel. So schön Konzerte an einem lauen Sommerabend sind, kommt so im Dunkeln eine ganz andere Stimmung auf. Irgendwie wird das Erlebnis intensiver, weil die Welt darum herum nicht mehr sichtbar ist, ausser den Lagerfeuern im Hintergrund. Ich bin immer wieder völlig hin und weg von Snorres Stimme und dem Umgang mit Worten in den Texten.

Dann war es auch bald Zeit die Feuer vor der Bühne anzuwerfen, oder anders gesagt, das Nachtkonzert von Saltatio Mortis stand bevor. Schön war es, die Flammen direkt vor sich zu haben, die Fingerspitzen waren doch recht kalt geworden, da ich nicht richtig klatschen sollte/darf, kann ich sie dabei nicht aufwärmen. Doch Dauerfeuer testet dann auch im September noch die Hitzebeständigkeit der ersten Reihe. Und ja Alea, ich weiss, dass du da zwischen den Feuern noch mehr aushalten musst als wir, nur besteht bei dir eine höhere Wahrscheinlichkeit ein offenes Ohr für Vorschläge zu finden und du hast definitiv mehr Training.

Wer kennt Lasterbalks Geschichte von dem Frosch und den Pfützen? Der Herr mit der Davul kann es besser erzählen, aber ich versuche es trotzdem mal, für das Original müsst ihr an ein Konzert. Kurz es geht um einen Frosch, der mehr wollte als sein eigener Tümpel bot. Nachdem er lange Zeit mit Hüpfen von Teich zu Teich verbracht hatte, sagte ihm eine Fee (wenn ich mich richtig erinnere), dass er in seinem ersten Tümpel mittlerweile König wäre, wenn er da geblieben wäre. Wer die Spielmänner ein wenig kennt, kann sich Lasterbalks Reaktion auf diese Geschichte vorstellen, aber in Maxlrain ist es dann rasant in die nicht jugendfreie Richtung abgedriftet. Der Satz :“Ich nehm lieber jede Pfütze mit, als nur in einer König zu sein“ war irgendwie unglücklich in der Wortwahl. Schon bei den ersten Worten lagen wir fast am Boden vor Lachen, nur die Wellenbrecher haben uns noch aufrecht gehalten. Als von Jean die Bemerkung kam:“Sie nannten sie Pfütze!“ war ganz vorbei, den Rest könnt ihr euch denken, von dem Thema kamen wir irgendwie nicht mehr so richtig weg, und das Seitenstechen vom Lachen war vorprogramiert.

Den Abend haben wir dann standesgemäss an der Drachenschenke ausklingen lassen, diesmal vor allem mit heissem Apfelsaft mit Zimt. Warum Luzi das L und Lasterbalk der Lästerliche zu später Stunde ein Blümchen im Haar hatten, das verrate ich nicht. Ebenfalls an der Schenke wieder getroffen haben wir Basti und Wuschel. Doch irgendwann geht auch der schönste Abend zu Ende, spätestens wenn die Damen der Schenke Feierabend machen. Todmüde, ob der Stunde und den emotionalen Erlebnissen hat uns der Schlaf im Zelt dann recht schnell gefunden.

Den Sonntag habe ich dann sehr gemütlich angehen lassen, nach den Pfannkuchen zum Frühstück war es gerade so bequem in meinem Stuhl auf der Campsite. Doch dann konnte ich mich doch noch aufraffen, bis zum Schwarzen Kater zu gehen. Dort installierten wir uns dann für einige Zeit, denn die Gespräche mit und Sprüche von den Mitarbeitern dort gehören für mich zu einem MPS dazu. img_3296Nach einem kurzen Rundgang ging es noch zum Abschiedskonzert von Metusa, danach brauchten wie eine Seelenstärkung und schauten beim Tortuga Inn auf ein Purple Rain (Captain’s Mischung) vorbei. Bald war die Zeit gekommen, für dieses Jahr Abschied zu nehmen von unserem zweiten Zuhause. Auf der Campsite sassen wir noch lange am Lagerfeuer (ja in der Feuerschale) mit den Glücklichen, die bis Montag bleiben konnten.

Neben all der traurigen Momente, gab es auch einige, die meine Augen vor Freude und Aufregung zum Glänzen brachten. Es wurde mir von einem ganz lieben Menschen angeboten eine Drehleier anzuschauen, der ich vielleicht und möglicherweise ein neues Heim geben könnte. Noch steht nichts fest, ist nichts abgemacht, aber es ist ein Türchen ein Spalt weit aufgegangen. Was daraus wird, sehen wir zu gegebener Zeit, denn eine solche Entscheidung will sowohl vom Besitzer als auch vom Interessenten gut überlegt sein.

Damit geht meine MPS Saison 2016 zu Ende, die Jahreskarten für 2017 sind unterwegs, also geht es bei uns in knapp sieben Monaten wieder los in Bad Säckingen. In der Zwischenzeit sind wir aber keine Stubenhocker, sondern es sind bereits wieder einige Veranstaltung bis April geplant und gebucht. Ich freu mich auf den Winter, wird es doch einige Wiedersehen mit tollen Menschen und Bands geben.


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