Nicht immer die gleiche Leier

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Seit ich Laui von Nachtgeschrei das erste Mal live die Drehleier habe spielen hören, stieg die Faszination stetig. An jenem Konzert habe ich den Klang dieses Instrumentes das erste Mal richtig wahrgenommen. Im März dieses Jahres hatte ich die Gelegenheit, nicht nur ihr, sondern auch Alex Zwingmann genau auf die Finger schauen zu können bei einem Auftritt von ihrer gemeinsamen Band Fiolka als Support von Nachtgeschrei. Da war es für mich sonnenklar, sollte es sich einrichten lassen, würde ich mal bei einem Workshop von Alex an einem MPS teilnehmen.

Sobald die Daten und Zeiten des Workshops veröffentlicht waren, machte ich mich an die Planung. Leider fiel der Anfänger Workshop immer mit dem Nachmittagsset von Saltatio Mortis zusammen, sonst ja eigentlich ein Fixtermin für mich. Aber man muss Prioritäten setzen und so hiess es dann in Dortmund das erste Mal die Kurbel drehen. Bei der Anmeldung habe ich auch gleich ein Leihinstrument „bestellt“, zum Glück stehen Alex einige interessante Instrumente zur Verfügung, die teilweise auch zum Verkauf stehen.

Für die Anfängerkurse bei Alex sind keinerlei Vorkenntnisse nötig, weder Instrumentenkunde noch Noten lesen. Als erstes wird einem das Instrument erklärt und dessen Funktionsweise, auch was man eher nicht machen sollte. Da diese Instrumente relativ aufwendig sind zum Einrichten, eine nicht unwichtige Lektion. Falsche Handhabung, oder wenn man der Neugierde nicht zuerst mit Fragen, sondern mit Taten Ausdruck verleit, kann also durchaus eine Menge Zeit kosten. Lasst euch davon aber nicht gleich abschrecken, die Instrumente, die Alex dabei hat, sind für die Kursteilnehmer bereits soweit gestimmt und spielbereit. Solange man aufmerksam zuhört und dies dann auch umsetzt, steht einem ersten Spielvergnügen nichts im Weg.

Nach einer Einführung in das Instrument, verteilt der Kursleiter die Instrumente an die Teilnehmer. Noch einige Erklärungen am Objekt, denn nicht jede Drehleier ist gleich, und los geht es mit den ersten Übungen. Da die Tasten auf der unteren Seite des sogenannten Tangentenkasten sind und man sie beim Spielen nicht sehen kann, heisst es erstmal sich zurechtfinden. Nach einigen Tonleiterübungen kommt dann auch die sogenannte Schnarre ins Spiel, eine Saite, der mit Hilfe der Kurbel ein schnarrendes Geräusch entlockt wird und somit das Spiel mit einem rythmischen Element unterstützt und ergänzt. Um den Teilnehmern zu veranschaulichen, was man damit alles machen kann, lässt Alex Zwingmann hin und wieder sein Können aufblitzen. Ich hatte das Glück, immer in relativ kleinen Gruppen am Workshop teilnehmen zu können, und dadurch auch bereits beim ersten Besuch mit einer kleinen Melodie experimentieren können.

Sollte sich jemand für dieses Instrument interessieren und sich ab und zu mal auf einem MPS befinden, kann ich diesen Workshop nur empfehlen. Alex kann in seiner Leidenschaft für dieses Instrument dessen Möglichkeiten gut darstellen, als Lehrer kann er auf seine Schüler gut eingehen und den Workshop an die Bedürfnisse und Vorkenntnisse anpassen. Die Gebühr finde ich angemessen und mit 90min ein guter Zeitrahmen für erste Schritte. Sollte es dann doch lieber Dudelsack sein, kein Problem, er bietet auch diese Workshops an.

13754287_1071623576264208_8526742806653733238_nMittlerweile habe ich vier Mal am MPS Workshop teilgenommen, immer wieder was Neues gelernt und das gelernte vertieft. Dieses Instrument ist koordinatorisch nicht ganz ohne für mich, aber Fortschritte sind sichtbar, auch ohne üben zwischen den verschiedenen Terminen. Ich hatte jedes Mal ein anderes Leihinstrument, und das ist sehr gut so. Drehleiern können nämlich ganz unterschiedliche Klangfarben haben und unterschiedlich ausgerüstet sein. Sie sind in Form, Farbe und Ausführung nicht genormt und daher ist in eine relativ grosser Vielfalt vorhanden. Es ist keine Massenware, sondern das sind handgefertigte Visionen und Entwicklungen der einzelnen Instrumentenbauer.

Langsam kommt für mich der Zeitpunkt, mich wegen eines eigenen Instrumentes umzusehen. Ich habe eine Vorstellung davon, welcher Klang mir gefällt und was mein Budget sein wird. Mein nächster Workshop wird erst Ende Januar sein, Zeit genug um zu sparen, denn ganz günstig sind diese Instrumente nicht. Es gibt da ein bestimmtes, dass ich unbedingt gerne mal ausprobieren würde, die Pixel von Walter Simons, die Klangbeispiele im Internet haben mich neugierig gemacht. Falls sich bis Januar nichts ergibt, werde ich schauen, welche Instrumente Alex mitbringt, vielleicht ist ja ein passendes für mich dabei.


2 Gedanken zu “Nicht immer die gleiche Leier

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