Marsch-Melonen und Setfetzen – MPS Speyer 2016

Da das Veranstaltungsgelände in Speyer eigentlich drei Gelände sind, haben wir uns bereits im Vorfeld Gedanken gemacht, wo wir uns hauptsächlich aufhalten wollten. Bei den vorausgesagten Temperaturen für dieses Wochenende war uns schon klar, dass wir eine „Basis“ am Schatten brauchten und nicht allzu oft in der Sonne herumlaufen wollten. Dass wir in Speyer nicht nur zu zweit waren, sondern eine grössere Gruppe, machte es einfacher dieses Vorhaben zu verwirklichen. Es war zwar nicht immer einfach, alle am Schatten unterzubringen, aber so musste auch niemand alleine losziehen oder alleine den Tisch „verteidigen“ und die Taschen bewachen.

Da wir alle Fans von Saltatio Mortis sind, war natürlich klar, dass wir uns in der Nähe der entsprechenden Bühne installieren wollten. Das hat dann die Kleewiese auch hervorragend gemacht, und wir konnten uns nur noch dazu gesellen. Dabei haben wir noch etwas Neues gelernt, kennt ihr Hirnfrost? Das kann passieren, wenn man Kaltes mit dem Strohhalm zu schnell trinkt. Bei Frau kann das aber auch „Tittifrost“ auslösen… ich lasse jetzt diese Aussage einfach mal so stehen. Auf dem Gelände waren überall Gartenduschen und Rasensprenger verteilt, zudem waren Löschquads unterwegs, Quads, die auf einem Anhänger Wassertanks mit sich führten. Auf dem Wassertank sass ein Mitarbeiter, der mit Hilfe eines Feuerwehrschlauches die Gäste nassspritzte und abkühlte, ob sie wollten oder nicht.

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Kaum lässt man die Nachzucht mal aus den Augen, werden sie von Lady Fluffington zum Laster verführt.

Lange war die Überlegung, gar nicht erst vor die Bühne zu gehen, sondern die Konzerte aus dem Schatten heraus zu hören. Die Kamera war an dem Tag sowieso nicht dabei, ich habe es für einmal genossen, dass ich sie im Hotel lassen konnte. Mit dem Zelt habe ich in der Hinsicht keine Wahl. Da Lady Fluffington das Konzert von SaMo möglichst aus der ersten oder zweiten Reihe anschauen wollte, hat es mich trotz der Gluthitze auch gepackt. Ein Tuch an einer der Gartenduschen nass gemacht, über Kopf und Schulter gelegt und ab zu den Wellenbrechern. Da sich auch noch Andere an die Sonne gewagt hatten, waren genügend Leute da, dass man ab den Schultern abwärts wieder Schatten hatte. Die Spielmänner haben sich von den hohen Temperaturen kaum beeindrucken, sonder eher zu Sprüchen inspirieren lassen. Einzig den Kenavo durften die Fans diesmal alleine, mit Ansagen von der Bühne herab, tanzen.

Danach den Kopf unter das kalte Wasser gehalten, etwas zu trinken geholt und wieder ab an den Schatten zu den Anderen, Vernünftigeren. Von da aus konnte man durchaus Lustiges beobachten, zum Beispiel die Polonaise hinter dem Löschquad während einem Konzert von Metusa. Während diesem Konzert muss noch so einiges auf und vor der Bühne passiert sein, was wir nicht sehen konnten. Meinen Informanten zufolge sollte dies aber im Totentänzer on Tour Podcast von Speyer thematisiert werden, ich bin ja mal gespannt.

Für das Abendkonzert von SaMo war der Plan wieder, das Ganze von weiter weg zu geniessen, von wegen Hitzetag und Feuershow. Und wieder hat mich Fluffy verlockt, mit nach vorne zu gehen, hatte sie doch einen guten Platz erobert. Und es hat sich gelohnt. Kaum wurde das erste Feuer gezündet, holten einige Fans in der ersten Reihe Stecken hervor, spiessten Marshmallows auf, oder wie Lasterbalk sie bezeichnete, Marsch-Melonen, und hielten sie ans Feuer. Diese Aktion sorgte für Lachanfälle auf und vor der Bühne. Gratulation an die Initianten, eine echt klasse Idee. Alea kam dann auch prompt von der Bühne und entführte eine der Leckereien und hielt sie selber noch ins Feuer beim Singen. Warum er den Stecken mit Marshmallow dann Bruder Frank in die Hände drückte, der eigentlich beide Hände zum spielen brauchte, und Alea bei dem Lied nur das Mikro hatte, bleibt wohl unerklärlich. Aber wer die Umstände hat, darf auch geniessen, auf jeden Fall war die weisse Köstlichkeit am Ende des Liedes von Bruder Frank verputzt worden. Beweisbilder habe ich selber keine, aber Tina on Tour hat es für euch festgehalten.

2016-08-28-MPS_Speyer-54_claudia_chiodi_DSC_0054Sonntags kamen wir wie gewohnt eher langsam in die Gänge, genau wie am Samstag traffen wir am Eingang auf unser Findelkind aus Karlsruhe. Dieser hatte am Samstag allerlei Workshops bei Alex Zwingmann, daher hatten wir ihn schnell aus den Augen verloren gehabt. Sonntag verbrachte er aber einen grossen Teil des Tages mit uns. Sein erster Programmpunkt war das Ritterturnier, da wollten wir ihm sehr gerne Gesellschaft leisten. In Speyer waren Spiritus Lupus mit Hero Merkel dabei, von denen hatte ich schon einiges Gutes gehört, und dies wurde definitiv bestätigt. Ich glaube, sie sind dieses Wochenende auch in Ö dabei, also es lohnt sich, eine der Shows anzusehen.

Diesmal wirklich von unter den Sonnensegeln sahen/hörten wir das Konzert von Versengold und entweder hatte der Tontechniker ein wenig heiss oder einen akuten Fall von Langeweile. Bei einer der Ansagen klang Snorre plötzlich als hätte er Helium inhaliert, er versuchte weiter zu reden, meinte dann aber, dass er die Stimme tiefer doch besser findet. Aber er ganz so tief, wie es dann wurde, war nicht das, was er sich vorgestellt hatte. Kennt ihr noch die Plattenspieler, bei denen man die Abspielgeschwindigkeit ändern konnte? Die ganze Ansage hindurch spielte der Tontechniker mit diesen Effekten, ich hatte Tränen in den Augen und konnte kaum aufhören zu lachen, köstlich.

Das Abendkonzert von Versengold konnte ich nicht in der ganzen Länge geniessen, hatte ich wieder einmal Workshop, ja ja wieder Drehleier, nur hatte ich mich diesmal nicht selber angemeldet. Laju, die weltbeste Mitbewohnerin, hatte dies hinter meinem Rücken gemacht und mich damit überrascht. Vielleicht wollte sie auch einfach zwei ungestörte Stunden, mir einerlei, ich behalte sie. Und ja, diese wiederholten Workshops bringen echt was, ich mache Fortschritte, nicht unbedingt Riesensprünge, aber das erwarte ich auch nicht.

Als ich nach dem  Workshop Laju suchte, fand ich sie vor der MPS Bühne bei Versengold, der Himmel hatte ein wenig zugezogen und die Sonne brannte nicht mehr unerträglich. Aber irgendetwas ist wohl bei der Band aus dem Norden immer los, offensichtlich war die Setlist an einer strategisch sehr unglücklichen Stelle angebracht worden. Bei meiner Ankunft war sie in mindestens drei Teile gerissen, vom Darüberlaufen, und nur noch unter Schwierigkeiten entzifferbar. Ausserdem machte sich einer der Setfetzen selbstständig 2016-08-28-MPS_Speyer-643_claudia_chiodi_DSC_0652und flog von der Bühne. Snorre hat sich heroisch von der Bühne gestürzt, um den Ausreisser wieder einzufangen. Langsam wurde es immer schwieriger, die ursprüngliche Setliste zu rekonstruieren, aber Paule half immer wieder mal aus. Die andere Schwierigkeit bestand darin, dass Stücke auf der Setliste waren, die man schon länger nicht mehr gespielt hatte. Da kann man ja nicht erwarten, dass der Sänger alle Texte noch in- und auswendig kennt. Ist ja nicht so, als hätte er sie selber geschrieben…oder doch? Auf jeden Fall haben wir uns alle blendend amüsiert, und ich würde ein solches Konzert mit „Überraschungen“ jederzeit einem perfekt choreographierten vorziehen, es macht jedes einzigartig und das vergesse ich bestimmt nicht so schnell. Ich bin ja mal gespannt was in Maxlrain so alles passiert.

Da bin ich auch schon am Schluss angelangt, nach Versengold haben wir noch unsere Verabschiedungsrunde gemacht und uns dann auf den Heimweg. In Maxlrain sind wir wieder dabei, und dies wird dann auch unser Saisonabschluss sein. Vielleicht schaffen wir es an den PLWM, aber noch ist nicht gebucht, und es stehen auch noch einige Konzerte an. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr. Ich wünsche allen, die das grosse Ö besuchen, viel Spass, vielleicht schaff ich es auch eines Tages dahin, aber dieses Jahr nicht.

Danke an den Leser, bis hierher durchgehalten zu haben, als Belohnung ist hier der Link zu meiner Facebookseite, wo wie üblich weitere Bilder hochgeladen werden.


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