Heute ist ein guter Tag zum Sterben

Nicht dass sich jetzt jemand Sorgen um mich macht, es ist alles Bestens hier. Ich rede von Pen&Paper Rollenspielen. Am letzten Samstag waren Laju und ich wieder einmal an der IsliCon, einer Rollenspiel Convention durchgeführt von unserem Metlieferanten. Damit haben wir uns übrigens auch wieder eingedeckt, diesmal nur „Sonnen-Trank“, vielleicht reicht es ja bis Karlsruhe.

Gleich zu Beginn sind wir auf zwei Spieler aus dem Süddeutschen Raum gestossen, die etwas Neues dabei hatten. Wir wurden zu Testern von Battlemap Heroes Version 0.6 Beta von Ludus Leonis. Ludus Leonis ist Markus Leopold-Löwenthal, der in seiner Freizeit Rollenspiele veröffentlicht. Diese Regelwerke sind normalerweise frei, das heisst gratis zum Herunterladen und zum Weiterverwenden. Genaueres dazu findet man jeweils bei den Spielen selber. Zu Battlemap Heroes selber, BMH ist eine Mischung aus Brett- und Rollenspiel. Da das Spiel ja als PDF erhältlich ist, momentan in eben der gespielten Beta Version, muss man selber einiges basteln oder organisieren. Man braucht ein Spielfeld, auch Battlemap genannt, Spielsteine oder Figuren, genügend Würfel, Heldenbogen (gibt es auch im PDF zum kopieren), einen Meisterschirm/Sichtschutz, Stifte und wie immer kann Notizpapier bei Rollenspielen nicht schaden. Die Abenteuer spielen in Kellergemäuern und Krypten und zum Start sind auch gleich zwei beim Regelwerk mit dabei.

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BMH Version 0.6 Beta mit selbstgebastelter Battlemap und Figuren

Wir haben das erste Abenteuer gespielt. Leider nicht sehr erfolgreich, der Schurke und der Kleriker sind bereits im Eingangsbereich gestorben, der Krieger kam auch nicht viel weiter. Das soll aber noch kein Urteil über das Spiel sein, denn neben Würfel-Pech haben wir auch einiges falsch gemacht. Egal wieviele Spieler man hat, es müssen immer vier Helden sein, das heisst, man kann auch mehrere Helden gleichzeitig spielen. Mit nur 3 Helden hatten wir von Anfang an schlechte Karten. Auch ist es bei Helden der Stufe 1 angeraten, nur mit den Basis Regeln zu spielen, das ist einiges einfacher, erstens für den Einstieg in das Spiel und zweitens gibt es da einige Gefahren weniger. Nicht klar ist mir auch nach dem nachträglichen Studium der Regeln, ob der Verteidiger auch dem Angreifer Schaden zufügt, wenn er mehr Erfolgspunkte hat. Das ist im Regelwerk leider nicht explizit erwähnt, ich habe mal beim Autoren selber nachgefragt und bin gespannt auf seine Antwort. Etwas was ich persönlich sehr witzig fand, dass Verstorbene, egal ob Kreaturen oder Helden, zu schwerem Gelände wurden (auch wieder Expertenregeln, die wir vielleicht besser noch nicht angewendet hätten, aber ich fand es trotz des Sterbens eine gute Idee).

Ich würde das Spiel gerne noch ausführlicher testen, den wir hatten leider nur Zeit für einen Durchgang, der unrühmlich kurz war, ich sag nur schweres Gelände. Durch so einen Kurzeinsatz kann ich leider auch nicht wirklich eine Bewertung des Spiels abgeben, aber ich werde es im Auge behalten, es hat durchaus Potenzial und Spassfaktor. Wie gesagt, die aktuelle Beta-Version des Regelwerkes ist kostenlos verfügbar auf der Homepage des Autoren. Von daher spricht nichts dagegen, es sich einfach mal zu besorgen und anzuspielen. So schwer, wie das bei unserem ersten Versuch jetzt klingt, ist das Spiel und das Regelwerk eigentlich gar nicht, wir hätten unserem Spielleiter einfach auch die Zeit geben sollen, sich in Ruhe vorzubereiten.

Islicon Wm05Kaum waren wir alle schweres Gelände, war auch schon die Möglichkeit da ein anderes Spiel auszuprobieren. Savage Worlds ist ein Spielsystem das teils Rollenspiel, teils Tabletop ist. Das System ist nicht an eine bestimmte Welt oder Lore gebunden, sondern kann für ganz verschiedene Settings verwendet werden. Erschienen sind vom Hersteller Kampagnen die alle möglichen Zeiten und Welten zum Inhalt haben. Ebenso gibt es Werte für Waffen und Charaktere aus den verschiedenen Epochen. Was mir an dem System sehr gut gefällt, man hat einen Bonuswürfel. Spielcharaktere und wichtige NPSs können immer noch einen zusätzlichen Würfel werfen, und bei Proben zählt einfach der bessere Wert. Da ich oft schlecht würfle, kommt mir das natürlich sehr entgegen. Trotzdem wäre ich auch hier beinahe beim ersten Kampf zu schwerem Gelände geworden, da hat der Spielleiter alle Augen zugedrückt. Er hat aber auch unverschämt gut gewürfelt, zum Glück konnte ich noch auf der Schwelle des Todes eine wundersame Heilung erfahren und war „tags“ darauf wieder sehr munter und kampfeswillig. Nach einigen Schiessereien mit Zombies in einer Geisterstadt, ging es ab in eine Mine.

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Der Endboss wartet in der Mine

Einige Rollenspiel-Runden tauchen ganz in der Spielwelt ab und die Spieler schlüpfen komplett in ihre ausgesuchten Rollen, völlig vertieft ins Spiel wird das drumherum unwichtig. An einer Convention probiere ich gerne Neues aus, und spiele mit Leuten, die ich nicht oder kaum kenne. Da ist dann auch nichts mit allzu ernsthaft in anderen Sphären, in erster Linie geht es um Spass und Neues zu entdecken. Ausserdem war keiner in unserer Western-Runde allzu seriös drauf. Wenn der letzte überlebende NPC in der Geisterstadt Sir (William) Vival heisst, dann dürfen auch wir Spieler ein wenig aus der Rolle fallen. Einige Beispiele gefällig? Unser Greenhorn namens Mark Horn wurde kurzerhand in Green Hornet umgetauft. Als wir in eine Mine gingen und der Spielleiter fragte, ob wir denn Laternen dabei haben, meinte einer Spieler, dass wir einfach einen Zombie Arm nehmen und anzünden, dann hätten wir einen Armleuchter. In der Mine stellte uns der Leiter wiederum vor eine Gruppe Zombies, sieben an der Zahl. Darauf kam die Bemerkung „7 Zombies in einer Mine!“ und aus dem Off „Heiho, Heiho!“. Ausserdem haben wir festgestellt, dass die Mietzekatze (der Puma des Indianers) besser schiesst als ein Spieler. Und dann haben diese bösen Zombies noch unseren Kutscher gefressen. Gut, seit wir keine Kutsche mehr hatten, war dieser auch mehr Ballast als etwas anderes, von daher verabschiedeten wir uns von ihm leichtherzig mit den Worten „Fast Food“ und „Essen auf Rädern“.

Zu guter Letzt haben wir noch eine Runde Winter der Toten gespielt, da wir das dabei hatten und unser Western Spielleiter es gerne mal ausprobieren wollte, bevor er sich zu einem Kauf entschliesst. Was soll ich sagen, auch da wurde einer meiner Charaktere zu schwerem Gelände, als sein Standort von Zombies überrannt wurde. Zum Glück hatte ich noch zwei weitere.

Und warum es ein guter Tag zum „Sterben“ war? Weil wir mit vorgefertigten oder einfach und schnell zu erstellenden Charakteren gespielt haben. Es ist zwar auch dann Schade wenn die Zeit des letzten Ganges naht, denn dann ist man meistens aus dem Spiel raus, aber man verliert nicht eine lieb gewonnene Rolle, in die Stunden, Spieltage (bei manchen sogar Jahre) in Entwicklung und Spiel investiert wurde. Wer gerne mal in die Rollenspielwelt reinschnuppern möchte, oder verschiedene Spiele ausprobieren will, dem kann ich eine solche Convention sehr empfehlen. So hat das ganze bei mir auch vor einigen Jahren angefangen. Nur eine kleine Warnung, es kann süchtig machen!


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