Bluse für die Drachenreiterin – Teil 2

Nachdem ich mir die Anleitung durchgelesen hatte, habe ich mit Hilfe von Kopierpapier und -rädchen das Schnittmuster auf den Stoff übertragen, natürlich nur die Teile, die ich brauchte. Ich habe mich dazu entschieden für einmal das Schnittmuster nicht auszuschneiden, da es mehrere Grössen auf dem Musterbogen hatte, die sich teilweise überlappten. Da ich mit nicht sicher war welche Grösse am besten passt, wollte ich mir alle Möglichkeiten offen halten. Keine schlechte Taktik für einmal.

Nach zwei Abenden war alles aufgezeichnet, durchgepaust, markiert und ausgeschnitten. Dann ging der Spass erst richtig los. Die Anleitung hat mich im ersten Moment ein wenig auf dem falschen Fuss erwischt, mit den ausgeschnittenen Teilen in der Hand, fand ich sie dann aber gar nicht mehr so schwierig. Zuerst war das Oberteil an der Reihe, ich hab mich für einmal minutiös an die Anleitung gehalten. Stütznähte gemacht, nach jeder Naht gebügelt und es hat auch alles viel besser geklappt. Vielleicht machen sie diese Schritte nicht nur, weil man sie halt macht, sondern sie haben tatsächlich etwas überlegt.DSCN0167

Wie ihr in anderen Beiträgen vielleicht schon gesehen habt, habe ich eine Schneiderpuppe, die mir schon manches erleichtert hat. Dieses Kleidungsstück hätte ich auch sehr gut ohne Puppe machen können, aber man sieht einfach besser von allen Seiten wie ein Stück getragen aussieht. Ausserdem ist sie auch mein Fotomodell und da sie annähernd meine Masse hat kann sie alle meine Sachen tragen. Abstecken und solche Dinge muss ich dann aber trotzdem an mir selber machen, in der Regel mit der Hilfe von Laju.

DSCN0179Also der erste Teil sieht schon mal gut aus, nur ein wenig gross, auch an mir selber.Da ich ja den Reissverschluss im Rücken weggelassen habe und das Rückenteil im Stoffbruch zugeschnitten habe, habe ich damit gerechnet. Nur nicht soviel, kein Problem, jetzt habe ich halt doch eine Mittelnaht hinten.Jetzt sollte eigentlich das Tallienband gerafft werden, aber da hatte ich ja einige Probleme und dann einfach keine Lust mehr. Geht auch glatt, nun fängt es mit den Abweichungen vom Schnittmuster und der Anleitung erst richtig an. Die Rockteile werden an den Seiten nicht zusammengenäht und auch das Tallienband bleibt an der Seite offen. Dazwischen kommt ein Stoffstreifen, der als Beleg unter der Schnürung fungiert. Das ganze dann an das Oberteil genäht und die Schnürung eingezogen. Nach der ersten Anprobe war klar, dass es passt, aber ich auch am Festival durchaus noch etwas Luft zum Essen habe.

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Noch nicht gebügelt

Da es hin und wieder ein wenig kühler sein kann am Abend, besonders gegen Herbst zu, habe ich noch Ärmel gemacht, nach einem eigenen Schnittmuster. Diese Ärmel werden nicht angehäht, sondern mit Hilfe von Häkchen befestigt, so dass ich bei sommerlichen Temperaturen Ärmellos unterwegs sein kann. Nach dem der Saum gemacht war ging es ab in die Waschmaschine, erst zum waschen, dann zum Färben. Nach dem ersten Farbbad war die Farbe eher irgendetwas zwischen Lachs und Orange, also nicht ganz das satte Bordeauxrot, das ich mir vorgestellt hatte. Ich hatte noch genug Farbe, darum gleich noch einmal. Als der Stoff dann am nächsten Tag trocken war, war die Farbe auch nicht so dunkel wie es wollte, aber es hat mir eigentlich ganz gut gefallen so.

IMG_2738Noch kurz mit dem Bügeleisen drüber und schon war es bereit für das erste MPS in Weil. Beim Praxistest hat sich herausgestellt, dass der Ausschnitt ein wenig zu sehr aufklaffte, wenigstens für meinen Geschmack. Dies habe ich nach Weil noch korrigiert und nun stehen nur noch Verzierungen an. Da diese sowieso von Hand angebracht werden, kann ich das gut unterwegs und in den Ferien erledigen. Die Stickereien sollen an Drachenschuppen erinnern, daher habe ich mich von Michele Carragher inspirieren lassen. Michele Carragher bestickt Kostüme für Film und Fernsehen, unter anderem auch für Game of Thrones. Auf ihrer Homepage hat sie unter anderem auch eine Anleitung um die Drachenschuppen auf Daenerys Tagaryens Kleider zu machen. Die Stickereien bin ich gerade am Ausprobieren auf meiner neuen Umhängetasche.

Eigentlich war das ganze ja auch eine Art Probestück, nur mit der Option „behalten, wenn passt“. Es ist zwar nicht perfekt, aber es sitzt gut und ich fühle mich wohl darin. Für das nächste Teil mit dem selben Schnitt werde ich dann aber das Schnittmuster eine Grösse kleiner nehmen, dafür die Schnürung bis zur Armöffnung hochziehen.

Teil 1


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