Gott würfelt nicht

Die SaMo Fans kennen den Titel als Lied aus dem Album „Sturm aufs Paradies“, das Zitat wird aber ursprünglich Albert Einstein zugeschrieben. Bei ihm ging es um Quantenphysik und darum, dass es in der Physik keine Zufälle gibt. Er wurde später widerlegt. Wenn es also in der Wissenschaft vereinfacht gesagt Zufälle gibt, gibt es sie auch im Leben, oder passiert alles, wie es vorherbestimmt ist?

Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, will es eigentlich auch noch gar nicht wissen, eines Tages vielleicht. Trotzdem beschäftigt mich das Thema immer mal wieder, nicht nur wenn ich wie heute das Lied anhöre. Gerade wenn es mir nicht so gut geht, werde ich nachdenklich. Welcher Mensch mit gesundheitlichen oder anderen Problemen hat nicht diese Tage/Momente, wo man sich fragt, wieso?

Geht man davon aus, dass alles vorherbestimmt ist, gibt es ja auch einen Grund dafür. Nur, was ist der Grund? Was habe ich getan, dass ich „bestraft“ werde, oder ist es eine Prüfung? An manchen Tagen kann ich mit dieser Einstellung sehr gut leben, vor allem dann, wenn ich vorher viel Spass hatte. Es ist nun mal eine Tatsache, dass ich nach Konzerten und Festivals ein paar Tage mehr Schmerzen als sonst habe. Die nehme ich gerne in Kauf, dafür habe ich gelebt und bezahle gerne diesen Preis. An anderen Tagen empfinde ich es als extrem ungerecht, da ich mir diesen Weg so nicht selbst ausgesucht habe und kein Mitspracherecht hatte.

Und wenn alles nur Zufall ist? Dieser Gedanke ist an manchen Tagen unerträglich, an anderen tröstlich. Unerträglich, weil es einfach ein dummer Zufall war, dass ich an manchen Tagen wegen der Schmerzen nicht mal ein Trinkglas heben kann. Auf der anderen Seite ist es tröstlich zu wissen, dass keine böse Absicht dahinter steckt. Kein höheres Wesen und keine höhere Macht, die mir das Leben schwer machen will.

Für mich ist es im Moment nicht so wichtig, ob es vorbestimmt ist oder nur Zufall. Das ist Spekulation, Tatsache ist, ich bin nicht immer fit. Das Warum ändert daran nichts, und die Konsequenz ist für mich auch die Selbe: Leben, Spass haben und geniessen, so lange ich kann. Das Morgen soll nicht ganz vergessen sein, aber das Jetzt ist so kurz und schon bald vorbei, nicht gelebte Zeit kommt nicht wieder zurück.

Wann die Karten ausgeteilt wurden, von wem und ob sie irgendwann neu gemischt werden, spielt keine Rolle. Ich hab ein Blatt auf der Hand und nur dieses kann ich spielen, so gut ich es vermag.


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